Nur nicht so schüchtern!
Jeder kennt das Problem: Schüchternheit ist die Scheu vor Kontakt mit anderen Menschen, oft vor unbekannten Personen. Ob du selbst schüchtern bist, und wie du damit umgehen kannst, erfährst du in unserer Reportage.
Ist Schüchternheit unbedingt eine negative Eigenschaft?
Schüchternheit macht Menschen oft sympathisch. Sie geben sich bescheiden und zurückhaltend, sind gute Zuhörer, drängen sich nicht in den Vordergrund. Schüchternheit hindert einen jedoch daran, neue Menschen kennen zu lernen. Der Schüchterne wagt meistens nicht, sich zu äußern. Es gelingt ihm nur selten, sich mit dem Vorgesetzten, etwa dem Chef oder dem Lehrer, konstruktiv auseinanderzusetzen oder berechtigte Kritik zur Sprache zu bringen. Dem Schüchternen fällt es schwer, sich in ein günstiges Licht zu stellen. Die Schüchternheit wirft ihn verstärkt auf sich selbst zurück, und das geht auf Kosten seiner Umweltbeziehungen.
Wie kann schüchternen Menschen geholfen werden?
Auf vielerlei Art. Schüchterne leben in der ständigen Angst, negativ beurteilt zu werden. Sie kommen sich vor wie auf einer Bühne und empfinden ihre Mitmenschen als Publikum, das sie fortwährend kritisch beobachtet. Zu ihrer Umwelt, können sie selten ein unbefangenes Verhältnis herstellen. Es kommt in erster Linie darauf an, wie stark diese Schüchternheit ausgeprägt ist. Meist kann die betreffende Person selbst dagegen angehen. In einigen Fällen sollte jedoch die Hilfe eines Psychologen aufgesucht werden, gerade dann, wenn sich die Schüchternheit im Alltag, in der Schule oder im Beruf negativ auswirkt.
Bist du schüchtern, und was kannst du dagegen machen?
Nachdem wir über Ursache und Auswirkung von Schüchternheit gesprochen haben, solltest du dich nun fragen, ob du schüchtern bist und was du dagegen machen kannst. Stelle dir selbst ein paar Fragen. Fällt dir der Kontakt zu anderen Menschen schwer? Traust du dich nicht, in einer Gruppe von Menschen etwas zu sagen? Hast du teilweise sogar Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen oder fremden Menschen in einer Gruppe? Ärgerst du dich, dass du manchmal nichts sagst, oder die falschen Worte findest? Bist du nervös, wenn du vor vielen Menschen sprechen musst? Fragst du dich hinterher, ob du das richtige gesagt hast, oder überlegst lange, was du sagen kannst?
Diese Fragen sind natürlich kein psychologischer Test, aber hast du viele der Fragen mit „ja“ beantwortest, dann besteht schon eine Neigung zur Schüchternheit. Doch dagegen kannst du etwas tun. Vieles fängt im Kopf an. Überlege Dir, wie du eine Unterhaltung beginnst, weiterführst und beendest. Du musst lernen, deine Scheu zu überwinden und an positive Erlebnisse denken statt an peinliche Situationen. Es klingt vielleicht albern, aber versuche mal auf der Strasse eine fremde Person anzusprechen und z.B. nach dem Weg zu fragen. Arbeite an deinem Selbstvertrauen. Häufig gibt es keinen Grund für Schüchternheit. Wenn du neue Leute kennen lernst, dann hast du nichts zu verlieren, und man wird dich so mögen, wie du bist. Verstelle dich nicht und versuche nicht deine Schüchternheit zu überspielen. Lerne aus Erfahrung und beobachte andere Menschen, wie sie in ähnlichen Situationen reagieren. Wenn du etwas sagen willst oder eine andere Meinung vertrittst, dann überlege nicht lange, ob du recht hast, es angebracht ist oder du besser still bleiben sollst. Denke nicht darüber nach, wie andere von dir denken werden, sondern freue dich darüber, dass du etwas gesagt hast und über deine Angst überwunden hast. Schritt für Schritt kannst du so deine Schüchternheit überwinden und mehr Selbstvertrauen gewinnen.
Quelle: wissenschaft.de / medical-tribune.de / spiegel.de




