"Aufhören, wenn es am schönsten ist"

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
"Aufhören, wenn es am schönsten ist"
Produktionsteam "Zwei Gesichter"

Die Webserie "Julian – junge Liebe anders" ist abgedreht. Was das eingespielte Produktionsteam allerdings für ein neues Projekt am Start hat, erzählt es im Interview mit dbna.

"Julian junge Liebe anders" ist abgedreht. Warum gibt es keine 4. Staffel?

Christian: Die Serie war auserzählt. Julian ist angekommen und glücklich, es gibt nicht mehr viel zu erzählen. Die Schauspieler und das ganze Team haben drei schöne Staffeln produziert, aber wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Das ist auch gut so, immerhin können wir uns jetzt auf etwas Neues konzentrieren.

Jürgen: Unser Team wurde im Laufe der Zeit immer professioneller und mit ihm auch die Serie. So etwas kostet natürlich Geld. Laufende Projekte erhalten oft keine Förderung mehr, auch das war ein Grund für uns, etwas Neues zu starten.

Und was ist eure neues Projekt, dem sich das eingespielte Team jetzt widmet?

Christian: Unser neues Projekt ist keine Serie mehr, sondern soll eine lose Filmreihe werden aus unabhängigen, eigenständigen Filmen mit homosexuellem Inhalt. Für dieses neue, komplexe Projekt haben wir viele neue Leute im Team und ganz neue Ideen.

Glenn: Genau so ist es. Wir wollen einen hohen Unterhaltungswert, aber trotzdem authentisch wirken. Das Ganze soll realistisch bleiben.

Der erste Film soll "Zwei Gesichter" heißen. Was ist anders als bei "Julian", was bleibt gleich?

Christian: Neu ist vor allem, dass wir jetzt längere Filme produzieren wollen. Wie schon bei "Julian" wollen wir immer noch keine Zeigefinger-Aufklärung betreiben. Wir wollen lustig, aber auch spannend und dramatisch werden.

Nico: Der elementare Unterschied ist, dass wir mit professionellen Schauspielern arbeiten.

Glenn: Deswegen werden die meisten Darsteller wechseln, einige Gesichter tauchen aber wieder auf, zum Beispiel Klaus Nierhoff, der Julians Vater gespielt hat.

Christian: Insgesamt sind wir umfangreicher. Wir produzieren jetzt einen etwa 35 Minuten langen Film, den wir größer aufmachen können. Dazu gehören zum Beispiel mehr Locations, aber auch eine ganz neue Tiefe der Charaktere was bei den kurzen "Julian"-Episoden so nicht möglich war. Unser Ziel ist es, einen hochwertigen, guten Film zu machen, der tolle Bilder liefert.

Produktionsteam "Zwei Gesichter"
Das gesamte Produktionsteam von "Zwei Gesichter" mit den Hauptdarstellern David Brückner und Leopold Klieeisen  und Promi-Schauspieler Hanno Friederich.

Das gesamte Produktionsteam von "Zwei Gesichter" mit den Hauptdarstellern David Brückner und Leopold Klieeisen und Promi-Schauspieler Hanno Friederich.

Worum geht es?

Glenn: Der Film handelt von einem jungen Schwulen. Er heißt Jonathan und spielt in der U19-Fußballbundesliga. Er ist heimlich schwul und lebt seine Sexualität nur im Verborgenen aus. Im Internet hat er sein eines Gesicht, trifft geheim andere Jungs und hat Sexdates. Doch er fürchtet sich zu outen und traut sich seinem Freundeskreis nicht an. Er will als Hetero rüberkommen das ist sein zweites Gesicht. Die einzige, die davon weiß, ist seine Scheinfreundin. Das Problem ist, dass so langsam seine Hetero-Fasse beginnt zu bröckeln. Immer wieder kommt er in Erklärungsnot. Trotzdem schnuppert immer wieder ins schwule Leben.

Nico: Mit der Thematik wollen wir den aktuellen Zeitgeist rund um Homosexualität im Profisport treffen. Ich bin selbst schwul und spiele in einem U19-Bundesligaverein. Die Idee diesen Film zu drehen kam von mir und ich konnte viel aus eigenen Erfahrungen beitragen.

Christian: Nico ist der lebendige Beweis. Deshalb kamen von ihm viele Ideen und Anregungen.

Glenn: Heutzutage ist Homosexualität zumindest bei uns verbreitet und akzeptiert nur im männlichen Spitzensport noch nicht. Es ist komisch, dass man da nicht offen schwul sein kann, oder? Das Ganze ist ein Thema, das schon längst hätte angesprochen werden dürfen.

Christian: Ganz besonders ist, dass unser Film der erste zu diesem Thema ist, der von der DFB-Kulturstiftung Theo Zwanziger finanziell und ideell unterstützt wird.

Jürgen: Darauf sind wir natürlich besonders stolz! Wir machen das erste Projekt, das sie in diesem Bereich fördern. Die Stiftung steht dahinter, wir werden auch die Premiere mit ihnen ausrichten. Das Thema ist wichtig für die Stiftung. Wir merken, dass sie etwas tun und ändern wollen in dem Bereich. Dass wir hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen können, freut uns natürlich besonders.

Nico: Vor zwei Jahren wäre so etwas noch unmöglich gewesen. Wir haben das Unmögliche möglich gemacht.

Wie lange arbeitet ihr schon daran?

Glenn: Mit dem Casting sind wir fertig, im Moment laufen die letzten Vorbereitungen.

Christian: Genau. Wir haben im Januar angefangen mit der Themensuche, dann das Drehbuch geschrieben und das Casting durchgeführt. Dann ging es an die Organisation: Drehorte, Drehgenehmigungen, Kostüme, Maske, TechnikDas meiste davon steht damit beginnt jetzt die heiße Phase. Mitte April drehen wir.

Jürgen: Wann genau "Zwei Gesichter" Premiere feiern wird, können wir noch nicht sagen. Sie wird aber passenderweise im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden.

Danke für das Gespräch. Wir wünschen euch viel Erfolg mit dem neuen Projekt!

Die komplette Webserie "Julian - junge liebe anders" kannst du hier nochmals ansehen»

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