Coming-out: Diese Fragen stellen sich Eltern

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Coming-out: Diese Fragen stellen sich Eltern
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Eine Telefonseelsorge hat die Fragen veröffentlicht, die Eltern am meisten beunruhigen, nachdem sich ihr Kind bei ihnen geoutet hat. Das Gute ist: Sie können alle beantwortet werden.

Die Taiwan Tongzhi Hotline Association ist die älteste und größte LGBTIQ*-Organisation Taiwans. Sie bietet eine Telefonberatung an, die jährlich mehr als 50.000 Menschen nutzen: Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgender, aber eben auch deren Eltern.

Die Organisation hat jetzt die Fragen veröffentlicht, die Eltern am meisten beunruhigen, nachdem sich ihr Kind bei ihnen geoutet hat. Obwohl die Telefonberatung in Taiwan sitzt, decken sich die Ängsten und Unsicherheiten erfahrungsgemäß mit denen, die Eltern hierzulande haben.

Hier die Top 5 - inklusive einiger Ideen von dbna, wie ihr sie beantworten könnt:

Kann mein Kind wieder hetero werden?

Nein. Es gibt zwar sogar in Deutschland Ärzte, die Homosexuelle "heilen" wollen, wie die NDR-Dokumentation "Die Schwulenheiler" beweist. Und auch Vereine wie "Wuestenstrom" wollen Homosexuelle hetero machen - mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Bisexuelle berichten oft, dass sie mal mehr an Frauen, mal mehr an Männern interessiert sind. Aber hetero werden, das geht nicht.

Wird mein Kind sich mit HIV anstecken?

Ganz einfache Antwort, die auch für Heteros gilt: Wer sich schützt und auf Safer Sex achtet, der wird sich nicht mit HIV infizieren.

Was passiert in der Zukunft, wenn mein Kind alt wird?

Eine Frage, mit der sich auch der Queerspiegel beschäftigt hat. Dort heißt es: Erstens sind auch Heterosexuelle von Alterseinsamkeit bedroht. "Kinderlose Homosexuelle haben ihnen gegenüber vielleicht sogar einen Vorteil: Ihnen ist diese Problematik bereits früher bewusst, und sie können sich beizeiten darauf einstellen."

Was habe ich falsch gemacht?

Der Klassiker. Antwort: Nichts. Eltern sind nicht dafür verantwortlich, dass ihr Kind schwul, bi oder trans* ist. Sie können aber stattdessen vieles richtig machen. Ihrem Kind ein liebevolles Zuhause bieten zum Beispiel.

Wie soll ich das meinen Eltern sagen? Was sagen die anderen Verwandten?

Wenn die Generation der Großeltern noch konservativer ist, ist das eine berechtigte Frage. Wenn der Kontakt nicht so eng ist und man sich ohnehin nur an Weihnachten sieht, brauchen sie es nicht zu wissen. Stehen sie sich näher, hilft nur, miteinander zu sprechen. Oft haben Omas und Opas schon bewiesen, dass sie weniger konservativ sind, als wir vielleicht denken.

Welche Erfahrungen die Zwillinge Austin und Aaron Rhodes gemacht haben, als sie sich telefonisch bei ihrem Vater geoutet haben, liest du hier.

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