J.u.n.g.S. Leipzig

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
J.u.n.g.S. Leipzig
J.u.n.g.S. Leipzig

Seit fast 20 Jahren gibt es die schwule Jugend- und Coming-out-Gruppe in Leipzig. Wir haben mit dem 20-jährigen Gruppenleiter Sebastian über das Besondere an J.u.n.g.S., Höhepunkte, aber auch Schwierigkeiten gesprochen.

dbna: Was ist das erste, was einem auffällt, wenn man Euch begegnet?

Sebastian von J.u.n.g.S.: Meist fällt als erstes auf, dass wir sehr lieb und familiär miteinander umgehen und dann, dass wir eine lustige Truppe sind.

dbna: Was glaubt Ihr, unterscheidet Euch von anderen Jugendgruppen?

Sebastian von J.u.n.g.S.: Wir sind vom Alter bunt gemischt (14 25) und schneiden so auch verschiedenste Themen an, wenn wir miteinander quatschen. Ansonsten finde ich es bei uns besonders, dass wir nicht von einem Sozialarbeiter geführt werden, sondern von jungen Leuten, die selbst mal Teil der Gruppe waren bzw. neu in ihr und dann Verantwortung übernehmen und sich engagieren wollten.

dbna: Wie regelmäßig trefft Ihr Euch und wo? Was unternehmt ihr so?

Sebastian von J.u.n.g.S.: Wir treffen uns jeden zweiten und vierten Samstag im Monat in der AIDS-Hilfe Leipzig e.V., dort haben wir unseren eigenen großen Gruppenraum. Je nach Wetter und Jahreszeit sind wir dann entweder in unserem Gruppenraum und quatschen dort, spielen Gesellschaftsspiele oder essen zusammen, es gab auch schon einmal einen Sing-Star Abend. Im Sommer sitzen wir draußen im Garten hinter dem Haus und haben dort Grillnachmittage/-abende, wo dann etwa auch Badminton oder Volleyball gespielt wird. In der CSD-Zeit ist es zur Tradition geworden, einen weiter entfernten CSD zu besuchen.

J.u.n.g.S. Leipzig
Die J.u.n.g.S. Leipzig beim CSD Berlin 2012

Die J.u.n.g.S. Leipzig beim CSD Berlin 2012

dbna: Was waren so Eure Probleme in der Vergangenheit?

Sebastian von J.u.n.g.S.: Es war und ist immer schwer, junge Schwule zu erreichen, vor allem im Alter von 14 bis 17. Oft wissen sie auch einfach nicht, dass es Gruppen wie uns gibt. Dies versuchen wir jedoch über unser Profil bei dbna oder über eine neu gestaltete Webseite zu ändern und das auch mit sichtbarem Erfolg.

dbna: Erzähl doch mal von den bisherigen J.u.n.g.S.-Höhepunkten

Sebastian von J.u.n.g.S.: Das waren zum Beispiel unsere 15-Jahr-Feier 2008, die Ausflüge zu den CSDs, generell ist es aber Schwierig Höhepunkte festzusetzen. Jedes Treffen ist für sich besonders und ein Highlight.

dbna: Wow, das klingt gut. Was muss man denn machen, wenn man zu so einem Treffen kommen möchte?

Sebastian von J.u.n.g.S.: Einfach vorbeischauen! Dann hat man mit uns einen netten, witzigen und angenehmen Nachmittag. Es gibt keine feste Mitgliederliste. Unsere Treffen beginnen immer um 16 Uhr, das heißt jedoch nicht, dass man auch pünktlich da sein muss. Es steht jedem frei zu kommen und zu gehen, wann er möchte.

Wer schüchtern ist und sich nicht gleich zu uns traut, dem bieten wir auch an, ein paar Minuten eher zu kommen. So ist man der erste in der Runde und kann nach und nach alle anderen kennenlernen. Schließlich wissen wir auch aus eigener Erfahrung dass es eine gewissen Überwindung braucht, zu fremden Menschen in einer Gruppe zu gehen. Das versuchen wir allen so leicht wie möglich zu machen.

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Weitere Quellen: Bilder mit freundl. Genehmigung der Jungs-Leipzig