Jugendnetzwerk Lambda

Patrick Fina Von Patrick Fina

Das Jugendnetzwerk Lambda ist der schwul-lesbische Jugendverband in Deutschland. Aber was steckt genau dahinter? dbna hat sich mal genauer mit dem Verband beschäftigt.

Am 2. Mai 1990 wurde das jugendnetzwerk::lambda in Berlin-Mitte, damals noch ein Bezirk der Hauptstadt der DDR, gegründet. Es ist nun seit 15 Jahren als  einziger Jugendverband bundesweit in der lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender (lsbt) Jugendarbeit tätig und engagiert sich für die Belange, Bildung und Freizeitgestaltung von lsbt Jugendlichen. Dabei wird die überwiegende Mehrheit der Arbeit von ehrenamtlich tätigen Jugendlichen selbst erledigt und der Verein auch von ehrenamtlichen Jugendlichen geführt.

Lambda kann auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken:

Die räumliche Trennung des Landesverbandes Berlin vom Bundesverband erfolgte bereits nach wenigen Jahren, die alten Räume waren einfach zu klein für den wachsenden Verband geworden. Während der Landesverband sich intensiv der Jugendarbeit in Berlin widmete, wandte sich der Bundesverband den anderen Bundesländern und Europa zu. Die seither erfolgte Gründung der neuen Landesverbände lambda::nord für die Länder Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, lambda::nrw, lambda::bayern, lambda::baden-württemberg und der in Gründung befindliche Landesverband lambda::mitte-west für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie die Erweiterung des Berliner Landesverbandes zu lambda::berlin-brandenburg kann nicht zuletzt der Bundesverband auch als Erfolge seiner Arbeit betrachten. Nicht zu vergessen die Herausgabe einer vierteljährlichen Verbandszeitschrift, der lambdatio, und die Organisation und Durchführung der beliebten Internationalen Sommercamps und diverser anderer Freizeiten für lsbt Jugendliche.

Im Landesverband Berlin erkannte man früh den Bedarf nach fachlich kompetenter Beratung von lsbt Jugendlichen, gerade in Krisensituationen, sowie die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit in Schulen und Jugendclubs. So entstanden das Aufklärungsprojekt und das Beratungsprojekt IN&OUT, die sich nach langer, erfolgreicher Arbeit zu Beginn dieses Jahres in einen eigenen Verein, ABqueer e.V., ausgründeten und seither auf eigenen Füßen stehen.

Dass Projekte sich selbstständig machen, wenn es denn sinnvoll ist, war stets ein Ziel von lambda. Es entlastet den Verband, stärkt die Projekte in ihrer Eigenständigkeit und befördert die Netzwerkstruktur. Schon 1998 hatte sich das erste Café-Projekt anlässlich eines Umzuges von lambda::berlin auf eigene Füße gewagt und sich seitdem als Ackerkeller in der Berliner Szene einen Namen gemacht hat. Etwa gleichzeitig wurde aus dem Berliner Landesverband heraus Gleich&Gleich e.V. gegründet, ein Träger der freien Jugendhilfe, der bis heute Jugendliche in eigenen Wohnungen und einer vereinseigenen  WG betreut.

Natürlich gab und gibt es auch eine Reihe nicht selbstständiger Projekte bei lambda::berlin-brandenburg: So haben sich zum Beispiel über die Jahre hinweg immer wieder engagierte Jugendliche um den Webauftritt und den öffentlichen Auftritt von lambda gekümmert, sich zu Jugendleitern fortgebildet und Jugendfreizeitgruppen angeleitet sowie Maßnahmen zur außerschulischen, politischen Bildung organisiert und durchgeführt. Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich ist die Jugendarbeit mit Behinderten. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Projekte "Lambda hoch zwei" und "Equal First", die bei lambda::berlin-brandenburg angesiedelt waren und nicht zuletzt das Referat für Jugendarbeit mit Behinderten beim Bundesverband.

Auch wurde mit den Jahren eine umfangreiche Bibliothek zu lsbt Themen zusammengestellt und zum zweiten Mal ein erfolgreiches Café-Projekt, das Jugendinfo Café iF, aufgezogen. Als der Landesverband Berlin-Brandenburg im Jahr 2004 sich infolge seiner chronischen Unterfinanzierung gezwungen sah umzuziehen, mussten leider auch dieses Café und die Bibliothek schließen, derzeit wird noch nach geeigneten neuen Räumen und einer Anschubfinanzierung gesucht.

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