Lernen, sich selbst zu mögen

Redaktion Von Redaktion

Es ist nicht einfach, zu entdecken, dass man schwul ist. Es ist ziemlich offensichtlich, dass ein Teil unserer Gesellschaft immer noch nicht viel von schwulen Leuten hält.

"Ich musste erst einmal eine ganze Menge an heterosexueller und religiöser Erziehung über den Haufen werfen, denn deswegen fühlte ich mich als Schwuler ziemlich beschissen. Ich fing erst an, mich selbst zu mögen, als ich dann andere schwule Leute traf und zu einer schwulen Jugendgruppe ging. Danach wurde ich immer zufriedener mit mir selber." - Markus, 18

"Meine Tante ist lesbisch und schon bevor ich wusste, dass ich schwul bin, machte sie mir klar, dass es OK ist, schwul oder lesbisch zu sein" - Björn, 16 "Ich hab irgendwann einfach die Fakten akzeptiert. Ich konnte und wollte ab einem gewissen Zeitpunkt mein Schwulsein nicht mehr leugnen. Warum soll ich so tun, als wär ich jemand anderer als der, der ich eben bin?" - Andreas, 19

Aleksandar Todorovic/Getty Images/Hemera/Thinkstock - Symbol-/Modelfoto

Es ist nicht einfach, zu entdecken, dass man schwul ist. Es ist ziemlich offensichtlich, dass ein Teil unserer Gesellschaft immer noch nicht viel von schwulen Leuten hält. Man kennt die verletzenden Witze, die Vorurteile und die falschen Vorstellungen, die manche Menschen von Schwulen haben. Häufig wissen die Leute einfach nicht, wie sie mit Sachen umgehen sollen, die sie nicht kennen und die für sie vielleicht ungewohnt sind.

Deswegen hassen einige Menschen Lesben und Schwule sogar, und manche fühlen sich unwohl, wenn sie in der Nähe von lesbischen Frauen und schwulen Männern sind.

Es ist also kein Wunder, dass man sich dafür entscheiden könnte, sich und sein Schwulsein vor anderen zu verstecken. Manchmal scheint es sogar einfacher zu sein, sich vor sich selbst zu verstecken. Dir könnte die Frage durch den Kopf gehen, ob du normal bist. Vielleicht hast du Angst davor, dass jemand etwas von deinem Schwulsein erfahren könnte. 

"Im Schrank bleiben?"

Anderen Jungs, die schwul sein könnten, gehst du vielleicht aus dem Weg, weil du Angst davor hast, was die Leute sonst denken könnten. So viel Aufwand zu betreiben, um die eigenen Gedanken und Gefühle versteckt zu halten, nennt man auch "Im Schrank bleiben". Und in diesem "Schrank" kann es schon verdammt eng und vor allem einsam werden, selbst wenn du dort versteckt bleibst, um dich vor deiner Umwelt zu schützen. Es kostet ziemlich viel Kraft, die eigenen Gefühle vor sich selbst zu leugnen, und das kann manchmal auch nach hinten losgehen.

Vielleicht hast du schon versucht, dich mit Alkohol oder anderen Drogen zu betäuben, um nicht mehr so viel über deine verwirrenden Gefühle nachzudenken. Und vielleicht hast du sogar schon einmal über Selbstmord nachgedacht. Wenn ja, dann wäre es sicher gut, einmal mit den Leuten bei einer Hotline oder einer Beratungsstelle zu sprechen.

Denn es gibt auch andere Möglichkeiten als sich vor seinen eigenen Gefühlen zu verstecken. So unangenehm und schmerzhaft sie auch sein mögen, im Grunde sind sie genau so wertvoll wie jede andere Empfindung auch - denn sie sind ein wichtiger Teil von dir und deiner Persönlichkeit. Ansprechpartner findest du z.B. bei ProFamilia aber auch beim Jugendnetzwerk Lambda (www.lambda-online.de).

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Weitere Quellen: Texte mit freundlicher Genehmigung von Jugendnetzwerk Lambda, Aleksandar Todorovic/Getty Images/Hemera/Thinkstock