Queerbeet

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Der Queerbeet Augsburg e.V. ist eine Gruppe von jungen Homo- und Bi- und Transsexuellen bis 25 Jahre. Im Gegensatz zu vielen anderen homo- und bi- und transsexuellen Jugendgruppen durfte sich Queerbeet im vergangenen Jahr über enormen Zuwachs freuen. Wir haben mit Fabian (19), einem zukünftigen Gruppenleiter der Augsburger Jugendgruppe "Queerbeet” gesprochen.

Wer gehört alles zu Queerbeet?

Fabian: Grundsätzlich jeder, der Lust hat und zwischen 14 und 25 Jahre alt ist. Wir richten uns zwar an schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Jugendliche, aber auch deren Freunde. Geleitet wird die Jugendgruppe von einem Team, das aus drei Gruppenleitern besteht. Unser Träger ist der gemeinnützige Verein Queerbeet Augsburg e.V., der etwa 50 Mitglieder zählt.

Sind Eure Mitglieder hauptsächlich männlich oder weiblich?

Fabian: Derzeit haben wir hauptsächlich männliche Teilnehmer in der Gruppe. Woran das liegt? In Augsburg gibt es noch eine weitere Gruppe, die sich speziell an Lesben und Transfrauen richtet. Natürlich würden wir uns auch über etwas mehr weibliche Teilnehmerinnen freuen.                                                                              

Seit wann gibt es die Gruppe Queerbeet?

Fabian: Die Jugendgruppe wurde im August 2006 unter dem Namen "Augsburger schwuler Jugendtreff" gegründet und später in "Queerbeet" umbenannt. Seit Juni 2008 sind wir nun im Vereinsregister in Augsburg eingetragen.

Wie kann man sich ein gewöhnliches Gruppentreffen vorstellen?

Fabian: Zu Gruppenabenden treffen wir uns für gewöhnlich im Zentrum für Aidsarbeit Schwaben(ZAS) der Arbeiterwohlfahrt(AWO). Ein typischer Gruppenabend beginnt bei uns traditionell mit einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde, um auch neu hinzugekommene Teilnehmer/-innen kennen zu lernen. Daran schließt sich dann im Regelfall eine Eingangsreflexion an, in der wir die vergangene Woche Revue passieren lassen und Erwartungen für den Gruppenabend herausarbeiten.

Dann arbeiten wir an einem Thema, wie beispielsweise "Dating", "Safer Sex" oder "Coming-out". Dabei werden bei uns natürlich keine Vorträge oder Schulstunden gehalten, sondern wir versuchen alle Teilnehmer/-innen einzubinden und uns gemeinsam in einer lockeren und ungezwungenen Umgebung etwas zu erarbeiten. Nach dem Themenblock spielen wir eigentlich immer etwas. Beliebte Spiele sind z.B. "Alle, die wo " oder "Werwolf". Wer wissen möchte, was sich hinter den Spielen verbirgt, soll einfach mal vorbeikommen.

Nach den Spielen sprechen wir normalerweise noch kurz über den Abend, damit wir für die nächsten Abende planen können. Danach sitzen wir noch gemütlich zusammen und lassen den Abend ausklingen.

Öfter treffen wir uns aber auch, außerhalb des ZAS, in verschiedenen Cafés oder Kneipen zum gemütlichen Gespräch.

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Habt Ihr schon einmal mit einer anderen Jugendgruppe etwas unternommen oder zusammengearbeitet?

Fabian: Wir sind mit fast allen bayerischen Jugendgruppen über unseren Dachverband lambda::bayern e.V. vernetzt. Mit der Allgäuer Jugendgruppe "Bonito" arbeiten wir auch etwas intensiver zusammen; denn wir nehmen in der Regel an dem jährlich angebotenen "Campen in Kempten" teil, welches "Bonito" organisiert.
Dabei treffen wir natürlich andere Jugendgruppen und vernetzten uns weiter.

Konntet Ihr dabei Unterschiede zwischen Queerbeet und anderen Gruppen feststellen?

Fabian: Wir treffen uns etwas öfter als andere Gruppen etwa drei Treffen in zwei Wochen und haben wohl auch eine etwas höhere Teilnehmer/-innenzahl. Zudem legen wir viel Wert auf unsere "Rituale", wie zum Beispiel auf unsere Vorstellungs- und Reflexionsrunden. Wir arbeiten auch eng mit dem ZAS, das uns  mit einem ausgesprochen kompetenten und engagierten Sozialpädagogen unterstützt, zusammen.

Glücklicherweise könnt Ihr Euch über regen Nachwuchs freuen. Gibt es dennoch Ideen, die Ihr verfolgt, um Euer Konzept für die Zukunft noch weiter zu optimieren?

Fabian: Seit kurzem gibt es jeden zweiten Samstag ein extra Treffen für die unter 20-Jährigen.  Dort wird die Möglichkeit geboten über spezifische Themen und Probleme zu sprechen. Außerdem sind wir auch dabei zusammen mit dem Stadtjugendring Augsburg(SJR) eine Imagekampagne aufzubauen. Wir werden Flyer, Postkarten und Plakate für die Verteilung an Schulen und Jugendzentren drucken, um unseren Bekanntheitsgrad gerade unter ungeouteten Jugendlichen zu steigern.

Habt Ihr Euch am Projekt "Sch(w)ule und Le(s)ben", das von Lambda Bayern, dem Dachverband von LesBiSchwuler und Transgender Jugendgruppen in Bayern, initiiert wurde, beteiligt?

Fabian: Im Zuge des Projekts, das  aus unserer Mitte heraus von ehemaligen Gruppenleitern bzw. Vorständen mit initiiert wurde, besuchen wir kontinuierlich Schulen in Augsburg und Umgebung. So bieten wir Schulklassen die Möglichkeit offen mit einer Person, die auch in der Öffentlichkeit zur ihrer Homosexualität steht, zu sprechen. Dabei arbeiten wir auch mit Lambda, unserem Dachverband, zusammen.


Bald ist wieder Sommer und damit beginnt auch die Christopher Street Day-Saison. Seid Ihr auch auf der einen oder anderen Parade vertreten?

Fabian: Generell sind wir sehr offen auch andere CSD-Veranstaltungen zu besuchen. Wir haben vor, wie vergangenes Jahr an fast allen CSDs in unserer Umgebung teilzunehmen: Augsburg, München und Ulm. Am CSD in Regensburg haben wir auch schon mitgemacht. So planen wir auch in Würzburg mit dabei zu sein, sofern wir die Zeit dafür finden.

Kontaktadresse und Treffpunkt für die Gruppenabende (sofern nichts anders angekündigt):
 
AWO Zentrum für Aidsarbeit Schwaben, c/o Queerbeet Augsburg, Schaezlerstr. 36, 86152

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