Tabu-Thema: Schwuler Profi-Fußballer

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Tabu-Thema: Schwuler Profi-Fußballer
Fabian/dbna

Nach elf Monaten Arbeit war es soweit: Der Kurzfilm "Zwei Gesichter" feierte eine umjubelte Premiere in Köln. Ab sofort ist der Film auch online zu sehen.

Die kleine Bühne des Deutschen Sport- und Olympiamuseums war viel zu klein für alle Beteiligten. Da merkten die Premierengäste erst einmal, wie viele Menschen nötig sind, um einen 25-minütigen Film zu drehen: Neben den Schauspielern, dem Regisseur und Drehbuchautor brauchte es unzählige Helferinnen und Helfer im Hintergrund, um "Zwei Gesichter" zu ermöglichen.

Das reicht von der Maske über Szenenbildner bis hin zu denen, die für die Verpflegung zuständig sind. Denn Drehen ist anstrengend (dbna berichtete) wenn da die Gummibärchen ausgingen, musste es schnell gehen.

Nach einleitenden Worten, unter anderem vom Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Eugen Gehlenborg und Sibylle Stürmer von der Macromedia Hochschule Köln, war es endlich soweit: Der Film wurde gezeigt. "Zwei Gesichter" setzt sich mit einem Tabu-Thema auseinander, das bald keins mehr sein will. Jonathan, angehender Profi-Fußballer, trifft heimlich Jungs, die er im Internet kennenlernt. Davon ahnt seine Mannschaft nichts zumindest bis Hannah, seine Ex- und Scheinfreundin, die Lügen nicht mehr erträgt.

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Szene aus dem Film.

Szene aus dem Film.

Die Belohnung für elf Monate Arbeit: Tosender Applaus

"Zwei Gesichter" zeigt einmal mehr, wie professionell das Team vom anyway an seine Projekte rangeht: Hervorragende Kameraführung, stimmige Musikauswahl, harmonischer Schnitt. Der Film hat eine stringente Handlung, die authentisch wirkt. Das ist auch Nico Schulte zu verdanken, dem "fachlichen Berater".

Er ist selbst Fußballer in einem U19-Bundesligaverein und hat durch seine Erfahrungen und Erlebnisse den Film geprägt. "Zwei Gesichter" ist zwar nicht "seine" Geschichte, trotzdem hat er sich in einigen Szenen wiedererkannt.

Besonders wichtig war den Produzenten, keinen Lehrfilm zu machen, sondern einen Spielfilm. Das ist ihnen mehr als gelungen: Lustige Momente fehlen genauso wenig wie dramatische Szenen.

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Szene aus dem Film.

Szene aus dem Film.

Im Saal war es die ganze Zeit über so still, weil alle Premierengäste so in die Handlung gezogen wurden um dann von einem offenen Ende überrascht zu werden.

Ein paar Momente durchatmen, man konnte es hören, das Gesehene verarbeiten, und die elf Monate Arbeit dann mit tosendem Applaus zu belohnen. Ein großartiger, berührender Film, der nie übertreibt, sondern immer realistisch bleibt und damit den Zeitgeist trifft und dazu beiträgt, einem Tabu-Thema das Tabu zu nehmen.

Kurz nach der Premiere wurde "Zwei Gesichter" auf YouTube veröffentlicht.

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Weitere Quellen: anyway