Coming-out: Warum Eltern reagieren, wie sie reagieren

Redaktion Von Redaktion
Coming-out: Warum Eltern reagieren, wie sie reagieren

lipik/Clipdealer

Das Coming Out bei den Eltern: Ein Mal tief durchatmen, aussprechen, Umarmung von Mama und Papa alles ist ok. Bei anderen läuft es hingegen nicht so gut. Es gibt nicht unbedingt ein gewaltiges Donnerwetter aber "irgendwie komisch" reagieren die Eltern schon. Warum? Vielleicht können wir versuchen, das zu verstehen.

Ein mehr oder weniger missglücktes Coming-out macht vor allem vielen jungen Schwulen zu schaffen - insbesondere dann, wenn es um die Eltern geht. Schließlich haben die meisten vor diesem Schritt die allergrößte Angst. Der schwule Sohn weckt eben nur selten Begeisterungsstürme als viel mehr besorgte, versteinerte Gesichter. Das bedeutet noch lange nicht, dass es ein Fehler war, den großen Schritt zu wagen. Schwulsein ist ein Gedanke, an den man sich gewöhnen muss. Das gilt nicht nur für den Betreffenden selbst sondern auch für sein Umfeld. Das innere Coming-out ist für unsereins ein schwerer Schritt. Wieso sollte das bei unseren Eltern nicht auch der Fall sein? 

10 Tipps, wie dein Coming-out klappt
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Du willst dich nicht länger verstecken und endlich offen dazu stehen, schwul oder bi zu sein? Wir haben die besten Anregungen und Vorschläge, wie du dich outen kannst.

Andere Vorzeichen

Über eines muss man sich im Klaren sein: Vor dem klärenden Gespräch sind die Eltern meist völlig arglos. Oft haben sie zu diesem Zeitpunkt zum Thema Schwulsein nur Klischees im Kopf: Tanzende Drag-Queens beim CSD, AIDS oder Pädophilie. Außerdem sind viele unserer Eltern noch in einer Zeit aufgewachsen, in denen das Schwulsein nicht nur weit weniger akzeptiert sondern sogar noch verboten war. Da ist es kaum ein Wunder, dass noch viele Vorbehalte in den Köpfen exisitieren, die sich nicht so einfach wegdiskutieren lassen. Erst durch das "Vorleben" von "schwuler Realität" können sie Stück für Stück verblassen. Das gilt übrigens auch für Ängste, die mit dem Schwulsein der Kinder zusammenhängen. Und die können durchaus von berechtigten Sorgen um die Kinder herrühren. Sorgen, das Kind könnte unter Diskriminierung leiden oder sich mit HIV infizieren.

Die Sorgen um das Kind sind das Eine, die eigenen Sorgen der Eltern das Andere. Wie reagiert das Umfeld, zum Beispiel die Großeltern? Was sagen die Nachbarn, wenn der Sohn mit seinem Freund händchenhaltend durchs Quartier spaziert? All das könnten die Gedanken sein, die bei den drei Worten "ich bin schwul" auf Eltern einprasseln. Für den Schwulen selbst mag das Coming-out aufreibend sein, aber für seine Eltern ist es das auch - das sollten wir im Hinterkopf behalten. Eltern brauchen wahrscheinlich genauso viel Zeit, um das Coming-out des Sohnes zu verarbeiten wie der Sohn Zeit für sein inneres Coming-out brauchte.

Coming-out: Diese Fragen stellen sich Eltern
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Eine Telefonseelsorge hat die Fragen veröffentlicht, die Eltern am meisten beunruhigen, nachdem sich ihr Kind bei ihnen geoutet hat. Das Gute ist: Sie können alle beantwortet werden.

Nur Mut

Auch wenn das nicht ermutigend klingt, sollte man trotzdem im Kopf behalten, welcher Reizüberflutung man seine arglosen Eltern oder Verwandten aussetzt, wenn man sich outet. Gleichzeitig bedeutet das nämlich auch, dass eine eher verhaltene Reaktion zu Anfang nicht bedeuten muss, dass die Eltern nicht langfristig mit dem Schwulsein ihres Sohnes klarkommen. Dazu müssen sie sich aber an den Gedanken gewöhnen und es liegt auch ein Stück weit am Sohn, seine Eltern bei diesem Prozess zu unterstützen.

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