Im Interview: Support-User Yannick

Im Interview: Support-User Yannick

Yannick

Wir stellen euch die Jungs vor, ohne die es uns nicht geben würde: Unsere freiwilligen Helfer aus der Community selbst. Sie kümmern sich täglich um die Belange unserer Mitglieder. Sie moderieren unsere Community, helfen bei Problemen und sind einfach immer da, wenn sie gebraucht werden. Hier ist das Interview mit Yannick.

Yannick ist 21 Jahre alt, wohnt in Darmstadt und ist unsere gute Fee im Team.

Du engagierst dich in der queeren Welt nicht nur bei DBNA. In welchen anderen Bereichen bist du noch aktiv?

Das stimmt, ja. In Darmstadt gibt es einen großartigen Verein, Vielbunt. Vielbunt ist einer der größten, queeren Vereine in Süddeutschland. Alleine die Jugendgruppe, Farbenfroh, hat weit über 200 queere, junge Mitglieder

Ich war dort einige Zeit im Vorstand tätig, konnte mit meinen Mitstreiter_Innen viel erreichen und bewegen. Der größte Punkt für mich war damals die Einweihung unserer Villa, der Oettinger Villa, in der nun der offene Jugendtreff, die Jugendgruppen und alle Vereinsaktivitäten stattfinden.

Ich muss sagen, die Menschen dort prägten mich sehr, positiv gesehen, und manchmal, sofern es zeitlich passt, findet man mich dort immer noch in der Jugendgruppe. Die Menschen dort haben sich einfach in mein Herz eingebrannt und ich fange echt an, sie nach kürzester Zeit zu vermissen. Stolz bin ich vor allem auf die sehr politisch-engagierte Arbeitsweise und die gelebte Demokratie des Vereins. Ich kann nicht leugnen, dass nicht der ein oder andere Spruch von Rosa Opossum oder Aurora DeMeehl, also von unseren Drag-Queens in meinem Wortschatz landeten.

Ansonsten finde ich es suuuper wichtig, gegen die Demo für Alle, irgendwelche "wissenschaftlichen Kongresse gegen Gender" oder sonstigen, uns angreifenden Schwachsinn, zu demonstrieren.

Trotz deinen vielen Ehrenämter bist du bei DBNA nicht nur im Support aktiv, sondern leitest auch die Promotion. Aufgaben die viel Zeit benötigen, trotzdem für dich ein schönes Hobby. Wird es nicht zu viel?

Ich muss sagen, dass es für mich auch eine Berufung ist, die gleichwohl ein Hobby darstellt. Gerade jetzt, wo es auf die CSD-Saison zugeht, wird die Arbeit natürlich deutlich mehr. Das beginnt bei der Planung, an welchen CSDs wir anwesend sein werden, zu welchen Veranstaltungen wir auftauchen, geht über die Gestaltung von Stickern, Shirts, Merchandise-Material und endet bei der detaillierten Planung der jeweiligen Prides. Die größte Aufgabe ist derzeit sicherlich der Cologne Pride, bei dem natürlich auch Programm rundherum geplant werden muss. Manchmal ist es wirklich ein bisschen viel, aber das entzerrt sich dann auch schnell wieder. Im Winter ist es dafür natürlich ein wenig ruhiger.

Ich bin aber unglaublich stolz. auf unser großartiges Team, den Zusammenhalt und es freut mich immer wieder zu sehen, wie sehr alle strahlen, wenn das Ergebnis umso besser wird. (lächelnd)


Yannick

Dir sind Botschaften bei deiner Arbeit in der queeren Welt wichtig. Nicht nur bei DBNA, sondern auch ganz privat. Was möchtest du den Menschen mitgeben?

Oh, ja. Das sind sie! Mit allem, was wir tun, senden wir Botschaften, beziehen Stellung, kommunizieren etwas. Jede Tat, jedes Wort, hat eine langfristige Wirkung. Manchmal minimal, manchmal wirklich immens. Ich finde, wir sollten uns immer selbst reflektieren und uns überlegen, wo wir stehen, was wir selbst möchten, wie wir wirken. Ein gutes Beispiel, das mich wirklich total ankekst ist, wie wir innerhalb unserer Community grundsätzlich, also queere Menschen untereinander, mit jenen umgehen, die keinen Schönheitsidealen entsprechen oder die einfach anders sind. Anders durch Hobbies, anders durch die Denkweise, anders durch was auch immer. Die Meisten grenzen diese Menschen aus. Im vorletzten Wort liegt der Schlüssel: Menschen! Menschen, die fühlen, verstehen, reagieren und auch akzeptiert, gemocht, geliebt sein möchten. Da müssen wir ganz, ganz deutlich dran schrauben, weil eigentlich gerade wir wissen sollten, wie es ist, ausgegrenzt und nicht gemocht zu sein. Ein erster Schritt ist da bspw. die Abschaffung des Laufstegs.

Ich versuche Botschaften auch immer als solche zu verbalisieren. In Reden bei Demos, in meiner alltäglichen Arbeit, unter Freunden. Im Alltag beispielsweise habe ich irgendwann nach dem Colognepride mal mein Auto mit #dbna beklebt, um auch damit eine gewisse Botschaft auszustrahlen, bzw. Öffentlichkeit für dieses Thema, für uns als dbna, herzustellen. Im Winter schrieb mir dann mein Nachbar, der mir erzählte, dass er durch diesen Hashtag neugierig wurde, dbna suchte und sich mit sich auseinander setzte. Er erzählte mir, dass ihm dbna geholfen habe und er so seinen Freund gefunden hat. Das fand ich so mega schön und es zeigt mir, dass eben diese Botschaften ankommen.

Eine der für mich wichtigsten Botschaften hier bei dbna und in meiner Arbeit für queere Jugendliche überhaupt, ist es, den nächsten Vertrauten, also meist den Eltern, mit auf den Weg zu geben, wie sehr sie mit Ihren Aussagen, Ihren Reaktionen und Ihrem Verhalten das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein ihres Kindes beeinflussen. Bei Eltern, mit denen ich da Kontakt hatte, habe oder haben werde, bediene ich mich da sehr gerne einem Zitat von Mary Griffith:

"Before you echo amen in your home or place of worship - think! Think and remember: a child is listening!"

Dieses Zitat entstammt einer Rede von Ihr aus den 80ern in Walnut Creek, Kalifornien. Die Geschichte dahinter ist in dem Film "Prayers for Bobby" sehr schön getroffen, sodass ich diesen Film auch den entsprechenden Eltern ans Herz lege.

Sozial in allen Bereichen, auch beruflich. Wie gefällt dir dein neuer Job beim DRK und warum hast du dich für deinen Beruf entschieden?

Ich muss sagen, dass ich meinen Beruf sehr, sehr gerne mache. Ich bin Notfallsanitäter und arbeite derzeit im Landkreis Groß-Gerau. Kein Tag gleicht dem Anderen, die Menschen sind dankbar für Hilfe und es macht Spaß, mit den Kollegen in den verschiedensten Szenerien und Schauplätzen zu arbeiten. Ich entschied mich damals für die Ausbildung zum Notfallsanitäter, weil ich einerseits nicht jeden Tag dasselbe machen wollte, Medizin unglaublich spannend fand und sehen wollte, wie Hilfe ankommt. Künftig wird es mich aber wieder in die Uni verschlagen, um Medizin zu studieren.

Kurze Frage, kurze Antwort:

Bollerwagen, oder Freizeitpark? Freizeitpark mit Bollerwagen

Beste/r Künstler/in? Markus Barth

Hund oder Katze? Hund

Kaffee oder Tee? Tee

Komödie oder Thriller? Thiller

Flachwitze, oder schwarzer Humor? Definitiv schwarzer Humor

Zum Abschluss die Stichworte deines Teams:
Flippig - Diva - extrovertiert - Ehrlich - Loyal - Glücksbärchi - kompetent, sorgsam - freundlich - immer für einen da - gute Fee - AllroundTalent - einfühlsam - Dreh- und Angelpunkt der dbna-Welt

Lieber Yannick! Vielen Dank für Engagement im Team. Du sprudelst vor Ideen, immer bemüht es jedem recht zu machen, auch wenn das in einem so großen Team nie einfach ist. Mit deinem Ziel, jedem in der queeren Welt einen Platz zu bieten, bist du ein großes Vorbild aller und nicht nur das, sondern jemand bei dem man für alle seine Sorgen und Ängste Verständnis findest. Vielen Dank!


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