Elias (18) aus Wien

Redaktion Von Redaktion
Elias (18) aus Wien
Elias

Im Mai zeigt uns Elias seine Begeisterung zum Eurovision Song Contest und berichtet von seinem ganz besonderem Coming-out. Unser dbna'ler im Monat Mai.

Nach dem grandiosen Erfolg Österreichs beim ESC, werden wir dich nächstes Jahr in Wien in erster Reihe mitfeiern sehen?

Elias: Ich bin in den letzten zwei Jahren wirklich ein Hardcore-Fan geworden und habe bei der Punktevergabe vor lauter Geschrei meine Stimme verloren. Also wenn meine Freunde und ich ein Ticket ergattern, werden wir zu 100% da sein! Wie oft versammelt sich denn bitte Europa in einer Halle? Conchita-Fans sind wir ja schon.

Ich fand Conchitas Leistung in Kopenhagen wirklich überwältigend! Mit wenig oder fast gar keiner Kulisse oder Background-Sänger die Herzen von Millionen Zuschauern zu berühren, ist wirklich grandios. Man sieht auch, wie viele Menschen tolerant sind. Sie hat wirklich ein Zeichen gesetzt.

Du hast mir bereits zuvor kurz erzählt, dass du dich auf Klassenfahrt bei einer Präsentation vor allen geoutet hast. Wie lief das ab?

Elias: Wir waren letztes Jahr im April auf Sprachreise in Chester (England). Unsere Parallelklasse mit uns mit und natürlich gab es in der Klasse einige extrem homophobe und rassistische Jungs. Jahrelang musste ich diese Typen ertragen. Ich habe mir zuerst überlegt nicht mit zufliegen, aber von denen lass ich mir eine Sprachreise nicht versauen.

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Gleich am ersten Tag begegnete ich ihm: Einem Lehrer - unglaublich süß und extrem fesch. Der Unterricht mit ihm war einfach ein Traum. Irgendwann habe ich mir gedacht, dass ich ihn einfach fragen muss. Also bin ich zu ihm hin: "Are you gay?" Er hat "Ja" gesagt.

Am Abend waren alle bowlen und ich hab mich irgendwann mit ihm zur Seite gesetzt und viel geredet. Er hat mir Tipps gegeben und einfach gemeint ich soll es sagen, wenn ich bereit bin. Noch am selben Abend habe ich es meinen 2 besten Freundinnen gesagt.

Am nächsten Tag hatten wir die Präsentation vor der Schule. Zum Schluss habe ich gesagt, dass ich noch etwas loswerden muss: "I am gay Ich bin schwul!" Nach diesen Sätzen habe ich gedacht, die Welt steht still! Plötzlich hat jemand zum klatschen begonnen, dann der nächste und irgendwann der volle Applaus wie bei Conchitas Auftritt.

Wie lief das Coming-out bei deiner Familie ab?

Am letzten Tag der Sprachreise hatten wir noch einen Tagesausflug nach Manchester, wo ich mit meinem Lehrer herumgegangen bin. Zum Abschied meinte ich, dass ich es meiner Familie erst sagen werde, wenn wir alle beisammen sind.

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Was passiert? Alle holen mich am Flughafen ab. Beim Abendessen zu Hause erzähle ich von England und dann zum Schluss sagte ich: "Ich muss noch was sagen. Ich bin schwul" Meine Schwester wusste es eh schon und meine Mutter war überrascht aber trotzdem happy. Der Rest meiner Familie haben es irgendwann durch Facebook erfahren.

Wenn du dir deinen Traummann backen könntest wie sehe dieser aus?

Elias: Naja wie einen Kuchen, süß eben. In erster Linie interessiert mich das Aussehen, aber ich denke, dass jeder zuerst auf die Fotos schaut.

Das Eigentliche ist der Charakter. Ich hätte gerne jemanden der nicht langweilig ist und mir viel Vertrauen schenkt. Wenn der "Traummannkuchen" andere Interessen hat als ich, ist mir das eigentlich egal.

Am wichtigsten ist mir jedoch, dass er genauso gern kuschelt wie ich. Jeder Kuchen ist etwas ganz besonderes. Trotzdem, zu viele möchte ich nicht probieren.

Und wo wäre das erste Date mit ihm?

Das erste Date wäre dann in einem netten Café in Wien. Wenn er einen Vorschlag macht ,wäre das natürlich auch cool, da bis jetzt immer ich festlegen musste, wo wir uns treffen.

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Welche Charaktereigenschaften schätzt du an dir besonders?

Elias: Ich bin wohl einer der offensten Menschen in unserer Klasse. Oft bin ich derjenige der auf Leute zugeht und voll drauf los redet. Also alles andere als schüchtern. Wenn wir mal irgendwo auf einem Fest sind und dort keinen kennen, schicken mich alle immer los zum "Freunde suchen".

Wie malst du dir deine Zukunft aus?

Elias: Im Vordergrund steht erst einmal mein Abitur zu bestehen und im Sommer plane ich meinen Führerschein zu machen. In Wien braucht man eigentlich kein Auto, aber wenn z.B. der ESC 2015 nicht in Wien ist, dann habe ich einen. Danach werde ich in den Zivildienst starten.

Wenn das dann auch vorbei ist, versuche ich mich als Flugbegleiter oder fange an zu studieren. Mal schauen, vielleicht wandere ich auch nach Brasilien aus...

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