Florian (18) aus Trier

Redaktion Von Redaktion
Florian (18) aus Trier
Florian

Als leidenschaftlicher Fußballspieler hat Florian einen Schritt gewagt, der zuletzt immer wieder öffentlich diskutiert wurde: Das Coming-out in der Mannschaft. Unser dbna'ler im Monat Dezember.

Eine deiner Leidenschaften ist der Fußball. Wann hast du damit angefangen und werden wir dich bald in der Bundesliga erleben?

Florian: Angefangen habe ich vor 11 Jahren. Mein Vater ist seit er klein ist Borussia Dortmund Fan und hat selbst Fußball gespielt. Damals war das einfach so mit ihm auf dem Sportplatz und zu Hause.

Als er dann gemerkt hat, das dies auch etwas für mich sein könnte, hat er mich dann dem Trainer vorgestellt und ich durfte mittrainieren. Ich hatte echt viel Spaß und wollte das auch weiter machen. Für Fußball habe ich dann das Kickboxen aufgegeben und war fast täglich auf dem Trainingsplatz spielen. 6 Jahre hab ich bei Trier-Irsch gespielt, bis ich dann aber in einen anderen Verein gewechselt bin, weil meine Freunde alle in diesem Verein waren.

Seit 4 Jahren bin ich auch Schiedsrichter und seit über einem Jahr Trainer. Ich könnte mir ein Leben ohne Fußball echt nicht mehr vorstellen!

Für die Bundesliga reichen meine Fähigkeiten zwar nicht, aber ich hab Spaß und das zählt für mich.

Florian

Du hast das "Tabu-Thema" im Fußball gebrochen und dich vor kurzem geoutet. Wie lief das ab und wie waren die Reaktionen?

Florian: Ja das stimmt. Leider ist im Fußball das Thema Homosexualität für viele noch  ein Tabu, aber das hat mich nicht mehr interessiert.  Die Angst, dass man sich verplappert war groß und daher hab ich entschlossen daraus kein Geheimnis mehr zu machen.

Ich habe mich im Frühling zuerst bei meinen Eltern geoutet, danach bei meinen engsten Freunde und danach auch im Fußball. Ich war sehr froh wie meine Eltern reagiert haben, ebenso wie der Großteil meiner engsten Freunde.

Das Schwierigste war für mich das Outing im Fußball, eben weil ich mehrere Tätigkeiten ausübe in dem Bereich. Die möglichen Reaktionen sind in meinem Kopf förmlich umher gespukt, aber letztendlich habe ich mich dann an Trainer, Jugendleiter und Vorstand gewandt und es war das Beste was ich machen konnte. Bis auf 1-2 Ausnahmen gab es im Fußball keine Reibereien und mittlerweile redet man schon nicht mehr drüber.

Interesse habe ich bei dem Thema auch bei der heimischen Presse geweckt. Bei einem Interview wurde ein Artikel erstellt der auf einer halben Seite im "Wochenspiegel" zu sehen war und weiterhin online ist.

Ebenfalls haben mich die Reaktionen von meinen Gleichgesinnten gefreut. Mein Outing stand für mich unter dem Thema "Zeichen setzen". Nicht nur im Fußball, sondern auch generell. Ein Paar Leute haben sich daraufhin geoutet und sich bedankt, dass ich ihnen den Mut geschenkt habe.

Florian

Wann und wie hast du festgestellt, dass du auf Männer stehst?

Florian: So genau kann ich das nicht sagen. Das erste mal hatte ich was mit einem Jungen vor 2 Jahren, das war eigentlich nur zum "Ausprobieren" gedacht, es wurde für mich aber mehr daraus. Ich habe mich wohl gefühlt im Beisein von anderen Jungs und so hat sich das ganze entwickelt.

Es war zwar eine Umstellung, da ich kurz vorher in einer Beziehung mit einem Mädchen war, aber für mich gibt es keinen Weg zurück. Man muss eben das tun, was einen glücklich macht.

Wie stellst du dir deinen Traummann und das perfektes Date mit jenem vor?

Florian: Zurzeit gibt es niemanden an meiner Seite, damit fällt das als Antwort schon weg.

Einen Traummann gibt es für mich nicht. Ich werde ihn auch nicht suchen, so etwas entwickelt sich einfach.

Aber wenn ich mir einen basteln könnte, sollte er zwischen 16 und 20 Jahre alt sein, eine ähnliche Figur wie ich und keine Angst vor Sport haben. Er muss kein Fußball spielen, aber einer der nur zu Hause sitzt, vorm Computer oder Fernseher, wäre einfach nichts für mich.

Ich bin ein Fan von blauen Augen, blonden oder braunen Haaren.
Einer der genauso die Nähe sucht, gerne einfach mal auf der Couch liegt und kuschelnd und die Zeit genießt.

Wichtig ist, er muss mir Kontra bieten können. Ich bin eben nicht auf den Mund gefallen.

Was ist dein Lebenstraum?

Florian: Ich möchte ein einziges Mal eine Bundesligapartie als Schiedsrichter leiten, das ist mein größter Lebenstraum.

Mit meinem zukünftigen Partner in den Urlaub fliegen wäre auch toll.
Aber ansonsten habe ich keine großen Träume. Eine Eigentumswohnung und heiraten, das wäre ebenfalls schön.


Was bedeutet dein Nickname?

Florian: Da Fußball für mich wirklich eines der wichtigsten Dinge ist, sagten meine Freunde damals ich sei ein Fußball-Freak. Als ich mich dann bei dbna angemeldet habe ist mir ehrlich gesagt nur dieser Name eingefallen, also habe ich mich für freako96 entschieden. Die 96 steht dabei für mein Geburtsjahr.

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