Leon aus Karlsruhe

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Leon aus Karlsruhe
Privat

Leon, 17 Jahre aus Karlsruhe, spricht über seine Erfahrungen mit der Casting-Sendung Popstars, sein Coming-out und seine erste Liebe. Der dbna'ler des Monats August 2012.

Leon, Du hast Dich bei Popstars beworben gehabt und kamst sogar weiter als manch anderer. Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen, da mitzumachen?
Leon: Ich war schon immer ein Fan von Castingshows. Dabei fand ich bei Popstars so toll, dass man auch sieht, was zwischen den Auftritten passiert, also dass das Ganze eher eine Realityshow ist. Da wollte ich einfach unbedingt mal dabei sein, allein auch um mal mitzubekommen, wie das hinter den Kulissen so abläuft. Denn im Fernsehen sieht man ja immer nur den kleinsten Teil von dem, was wirklich passiert ist.

Wie fanden das deine Eltern, als du zu ihnen kamst, und meintest, du würdest da mitmachen wollen?
Leon: Meine Mutter wusste, dass ich da mal mitmachen wollte. Daher hatten sie und mein Vater nichts dagegen. Es war jetzt aber auch kein riesen Event für sie. Beide hätten es mir gewünscht, noch etwas weiter zu kommen, doch im Endeffekt war es ihnen, glaube ich, relativ egal.

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Hast Du eigentlich noch Kontakt zu Mitbewerbern?
Leon: Ja, den habe ich. Als im April die Kandidaten feststanden, die zu den Castingdreharbeiten nach Berlin durften, wurde in Facebook eine geschlossene Gruppe mit den wenigen gegründet, die durch das Vorcasting gekommen waren und somit nach Berlin durften. Und diese Gruppe hat sich durch das Casting und den Recall nur gestärkt und die meisten, die im Fernsehen zu sehen waren, beziehungsweise teilweise noch im Workshop sind, sind auch in der Gruppe. So wird total viel diskutiert und wir Kandidaten stehen so noch in Kontakt. Das ist echt eine tolle Sache.

Wie war es so für Dich vor der Kamera zu stehen?
Leon: Es war mein erstes Mal und es war anfangs schon komisch, aber mir hat es Spaß gemacht. Und während des Auftritts vor der Jury habe ich das Ganze eigentlich vollkommen ausgeblendet. Ich war so nervös, da hab ich keine einzige Kamera mehr gesehen. Aber das war vielleicht auch ganz gut so. Schade ist halt, dass rein gar nichts von den Aufnahmen gezeigt wurde.

Würdest Du denn noch einmal bei einer Castingshow mitmachen?
Leon: Ja, klar! Gerade jetzt, wo ich schon mal bisschen davon miterlebt habe, will ich das. Bloß ob ich bei Popstars nochmal mitmachen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die Erfahrung war schon cool, aber es ist halt nunmal alles nur für das Fernsehen. Und wenn ich mich noch einmal irgendwo bewerbe, dann nur, um nochmal irgendwo dabei zu sein und das miterleben zu dürfen, und vielleicht auch mal ins Fernsehen zu kommen. Wenn man aber als Sänger eine wirkliche Karriere starten will, dann ist man meiner Meinung nach bei diesen Castingshows am falschen Platz.

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Hast du eigentlich durchblicken lassen, dass du schwul bist?
Leon: Ja, das schon, wobei man mir das generell ansieht, dass ich ein wenig weiblicher veranlagt bin als manch anderer. Von daher haben die das schon gewusst, und mich im Interview dann auch direkt gefragt, ob ich schwul bin. Meine Antwort war dann einfach: "Ja, ich bin schwul." Wobei ich meinen will, dass bei Popstars dieses Jahr sehr sehr viele Schwule dabei sind/waren.

Wie lief das bei dir überhaupt mit deinem Coming-out generell?
Leon: Also angefangen hat alles mit 14 Jahren, da habe ich es meiner damaligen besten Freundin erzählt. Die hat es sehr gut aufgenommen und dann folgten noch weitere Freundinnen. Als ich dann meinen ersten Freund hatte, wurde es für mich schwer, es vor meinem Vater zu verheimlichen, weil ich bei ihm wohne und meine Eltern geschieden sind. Also traute ich mich eines Abends, es ihm zu sagen. Und zu meiner Überraschung hat er es sehr positiv aufgenommen. Meine Mutter hatte es dann auch irgendwann mal mitbekommen und musste es erst einmal verkraften.

Als ich dann in der 9. Klasse war und es von meinen Freunden eh alle wussten, hab ich mich dann auch komplett in der Schule geoutet. Klar, am Anfang kamen öfters so Sprüche von den Jungs, wie: "Hey Leon, willst du mit mir gehen?" Das fand ich aber eher lustig. Ich bin auch echt froh, geoutet zu sein. Das gehts einem viel besser!

In wen warst du das erste Mal so richtig verliebt?
Leon: So richtig verliebt war ich erst einmal. Das war ein Junge, den ich aus dem Internet kannte, aber nur zufällig über einen Freund. Wir haben oft geschrieben und uns dann irgendwann getroffen und es war einfach schön. Ich war damals 14 und er 16 Jahre alt. Es war aber eine Fernbeziehung, also haben wir uns nur alle vier Wochen gesehen, wegen den Zugtickets. Nach fünf Monaten war es dann auch vorbei.

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Wenn du jemanden kennenlernst, auf was achtest du besonders?
Leon: Das klingt jetzt zwar blöd, aber ich bin mir sehr sicher, dass es bei jedem zutrifft. Ich achte zuerst auf das Aussehen, denn wenn ich den anderen nicht attraktiv finde, kann da nur ne Freundschaft entstehen und mehr nicht. Ich achte halt meistens drauf, wie der andere sich so gibt, was er von sich so behauptet und, ob er auch bisschen was im Kopf hat. Man muss sich gut verstehen und auch irgendwo ergänzen, das ist mir sehr wichtig.

Zum Abschluss ergänze bitte den Satz: "In der Öffentlichkeit ist Händchen halten mit meinem Freund für mich..."
Leon: ...kein Problem, aber nicht notwendig, denn Heteropärchen laufen ja auch nicht ständig Hand in Hand durch die Straßen.

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