Matthias (18) aus Regensburg

Redaktion Von Redaktion
Matthias (18) aus Regensburg
Matthias

Mit Matthias (18) aus Regensburg nähern wir uns mit großem Schritten dem Frühling. Im März berichtet er uns u.a. von seinen ständig wechselnden Haarfaben und diversen künstlerischen Talente.

Auf deinen Fotos hast du des Öfteren wechselnde Haarfarben. Identifizierst du dich mit verschiedenen Farben?

Matthias: Des Öfteren ist freundlichst untertrieben. Ich wechsele meine Haarfarbe nahezu alle 4 Monate.

Was mir viele nicht glauben ist, dass keine der Farben etwas mit einer neuen oder wechselnden Identifikation zu tun hat oder dass ich das ohne bestimmte Absicht mache.

Ich drücke damit lediglich auf meine spezielle Art und Weise meine Wandelbarkeit und meine Individualität aus. Ich mag es außerdem auch, wenn ich auffalle, was aber eher weniger der Grund dafür ist.

Der Hauptgrund ist eigentlich nur Neugier, wie ich damit aussehe und ob es mir gefallen würde. Meine Haare sind für mich eine Art Accessoire. Sie sind einfach ein eigener Weg künstlerischen Ausdrucks mit dem ich mich eben verkörpere...

Matthias

Du hast mir auch erzählt, dass du dichfür Kunst in jeglicher Hinsicht interessierst. Welche Werke werdenwir von dir am ehesten bewundern können?


Matthias: Ich liebe wirklich Kunst in fast jederForm. Jedoch verdrängt der künstlerische Teil den musikalischenTeil aus meiner Freizeit. Musikalisch bin ich eher schulischengagiert beim Singen, oder Klavierspielen.


Ich habe mit 16 erst mit dem Zeichnenangefangen, hab dann die Fotografie/Fotobearbeitung vollkommen fürmich entdeckt. Selbstportraits sind dabei meine größte Form derFotografie, da sich selten Leute fotografieren lassen oder Fotos vonmir machen, deswegen ist jedes meiner Fotos ohne fremde Hilfe.


Danach war es die Malerei inVerbindung mit meiner Seminararbeit und darauf folgt seit neuestemdie digitale Kunst mit den eher wenig bekannten Digital Paintings,auf die ich mich momentan mehr konzentriere, wegen des anstehendenStudiums.


Es kommt wirklich auf meine Stimmungan, was ich gerade machen möchte und ich bin, weiß Gott, kein sehrstabiler Mensch bei meiner Stimmung. Aber Fotografie und Digital Artsliegen mir im Moment am meisten, weshalb man in naher Zukunft auchmehr von dieser Sparte von mir sehen könnte.


Andererseits wären da auch ebenVideos/Let's Plays, welche aber weniger künstlerisch sind sonderneigentlich die Leute zum schmunzeln bringen sollen. Darum kümmereich wirklich am meisten gerade.

Matthias

Wann und wie hast du festgestellt, dassdu auf Männer stehst?


Matthias: Das war eher ein schleichender Prozess,wenn ich immer wieder mal darüber nachdenke. Das fing irgendwann an,da war ich ca. 12 Jahre alt. Das essentielle Erlebnis, das mir denSchubs in die Richtung gezeigt hat, war ein spielerisches,körperliches Erkunden mit einem Jugendfreund. Außerdem zog mich diemännliche Anatomie einfach immer viel mehr an seit ich in dem Alterwar.


Mich hat es noch nie besonders gejucktob jemand männlich oder weiblich ist, weil ich seit meiner Kindheitmit jedem gleich umgehe, egal welches Geschlecht sie haben.


Deshalb hatte ich dann noch ein paarMal ein paar Verknalltheits-Szenarien, und andere Eskapaden meineshormonbombardierten Gehirns, welches sich aber mit 15 auf dieHomosexualität einpendelte und mit 16 es auch schaffte vollkommenmit dem "anders sein" klarzukommen. Danach war ich mirabsolut sicher, dass ich für immer auf Männer stehen werde.


Dazwischen interessierte ich michsowohl für Mädchen als auch für Jungs, wobei die Mädchen eher denemotionalen, die Jungs aber den emotionalen und körperlichen Teilbeeinflusst haben.

Sogar jetzt bin ich auch noch derMeinung, dass ich mich in beide Geschlechter verlieben kann, da jader Charakter und nicht der Körper der Teil ist in den ich michwirklich verliebe.


Aber Männer sind mir nun mal lieber,weil ich sie eben auf beiden Feldern als Partner betrachten kann.

Matthias

Wie war dein Coming-Out?


Matthias: Mein Coming-Out war kurz gesagt:awesome.

Meine Eltern, Freunde und meineSchwester sind nicht gerade konservativ.


Es war anfangs natürlich sehr schwer,da die Reaktionen über mein Leben entscheiden können. Ich hatteauch relativ viel Angst aber auch gegensätzlich viel Vertrauen inmeine Eltern, die auch wirklich schockiert waren als sie es erfahrenhaben. Das war früh morgens ganz spontan am Frühstückstisch. Mankönnte es aber eher einen Sorgen-Schock nennen, denn sie wollten mirnur klar machen, dass nicht jeder mit dem Thema so gut umgehen kann.


Nach etwa 2 Monaten Bedenkzeit hattensie es akzeptiert und die darauf folgenden erste Online-Beziehung -die nicht gerade das Schönste war, sondern ein untypischer FakeFall, aber das ist eine andere Story - haben sie sogar ohneWiderworte akzeptiert.

Es braucht keiner weiteren Diskussionund auch, wenn sie es als etwa gewöhnungsbedürftig empfinden, habensie es nun akzeptiert.


Bei meinen Freunden und meinerSchwester, war es eine sofortige Akzeptanz. Obwohl meineSchulkameraden manchmal etwas minderbemittelt erscheinen, sind sieerstaunlich tolerant, mit dem Thema Homosexualität, und auch dieverbreitenden Gerüchte, haben noch nie zu irgend einer abwertendenHaltung geführt ob bei Fremden oder Bekannten.

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Weitere Quellen: Matthias