Max (17) aus Leipzig

Redaktion Von Redaktion
Max (17) aus Leipzig
Max

Im weihnachtlichen Dezember berichtet uns Max über sein ehrenamtliches sowie politisches Engagement. Unser dbna'ler im Monat Dezember. Hier erfahrt ihr mehr über Max.

Du engagierst dich ehrenamtlich. Wie genau sieht das aus?

Max: Da ich ehrenamtliches Engagement für einen der Grundsätze unseres sozialen Zusammenlebens halte, versuche ich mich auch viel sozial einzubringen. Ich leite seit 3 Jahren eine der größten sächsischen Schülerzeitungen.

Man hat die Möglichkeit, viele interessante oder berühmte Menschen zu treffen und zu interviewen. Mein absolutes Highlight dabei war das Interview mit unserem Bundespräsidenten über das ich mich sehr gefreut habe, da man solche Menschen nun nicht alltäglich trifft.

Meine meiste Zeit verbringe ich jedoch in einer evangelischen Kirche in Leipzig. Ich arbeite in der Kirche ehrenamtlich als Küster und irgendwie auch als Junge für alles, wenn es wieder an helfenden Händen mangelt bin ich dann zur Stelle.

Außerdem organisiere ich zusammen mit dem Konsulat einen monatlichen Stammtisch für Amerikaner und Freunde Amerikas.

Du bist auch politisch sehr aktiv. Erzähl uns davon!

Politisch engagiere ich mich momentan in der CDU. Dort bin ich auch Mitglied im Vorstand meines Verbandes und das seitdem ich 16 Jahre alt bin. Man könnte nun sagen, dass die CDU schwulenfeindlich ist, aber das sagen nur Leute die keine Ahnung von Politik haben. Die CDU hat lediglich Probleme beim Adoptionsrecht und der steuerlichen Gleichstellung. Ein Zeichen dafür, dass die CDU nicht schwulenfeindlich ist, setzt sie ja bereits durch die Teilnahme am CSD, wie beispielsweise in Leipzig.

Max

Wie kam es dazu, dass du dich entschieden hast, CDU Mitglied zu werden?

Ich habe mich lange mit den Parteien beschäftigt und mich dann von selbst dazu entschieden in der CDU Mitglied zu werden. In der CDU kenne ich auch einige Schwule/Bisexuelle, aber auch hier auf dbna habe ich schon einige Jungs getroffen, welche in der CDU sind.

Mein Grundsatz den ich vor allem bei dem Thema der homosexuellen Debatte innerhalb des Wahlkampfes vertreten habe ist, dass Politik kein Wunschkonzert ist. Die CDU ist nun mal dagegen und das hat seine Gründe.

Aber man sollte die Partei wählen, mit der man die meisten Schnittmengen hat. In jeder Partei gibt es Themen, mit den man nicht übereinstimmt. Und das ist auch gut so, denn das macht eine Demokratie aus!

Welche Charaktereigenschaften schätzt du an dir besonders??

Max: Das ist eine schwere Frage. Es gibt einiges was ich an mir ändern würde, wenn ich könnte. Aber was ich doch am meisten an mir schätze, ist mein Pflichtbewusstsein und meinen Hang dazu anderen Menschen zu helfen.

Ich kann es beispielsweise nicht übers Herz bringen, wenn die ältere Dame bei mir aus dem Haus vom Einkaufen zurück kommt und ich gerade unten bin, sie dort stehen zu lassen mit ihren Einkäufen. Ich muss ihr dann einfach helfen ihre Tüten die Treppen hoch bis zu ihrer Wohnung zu tragen.

Auch in der Kirche helfe ich, wo ich kann. Vor allem die ältere Generation freut sich immer darüber, wenn ihnen ein junger Mann hilft. Dafür werde ich dann auch in der Weihnachtszeit mit Kuchen, Keksen und Schokolade als Dank überhäuft.

Außerdem bin ich ein sehr treuer Mensch, der diese Treue aber auch von seinen Mitmenschen erwartet.

Ergänze den Satz: "Familie bedeutet mir..."

Max: ...eigentlich alles. Für mich ist das ein Haufen cooler Menschen, die mich immer lieben werden, egal was ich mache. Menschen, die mit mir was machen, auch wenn sie vielleicht gar kein Bock haben und mich immer unterstützen werden, wenn ich sie brauche.

So definiere ich den Begriff Familie und bekomme dies jeden Tag aufs Neue von meiner bestätigt.

Max

Wie war dein Coming-out?

Max: Jedes Coming-out ist auf seine Weise besonders, obwohl es doch heutzutage nichts Besonderes mehr sein sollte. Zuerst hat es meine Schwester von mir erfahren, die mich dann angestarrt hat und es zuerst gar nicht glauben wollte. Aber danach war die Sache auch für uns gegessen.

Nach meiner Schwester haben es meine vier besten Freunde erfahren. Sie sagten mir dann, dass sie es schon immer geahnt haben. Seitdem ich es ihnen gesagt habe, sprechen sie mich des öfteren mit "Jo Homo" an, was ich aber ganz gemütlich hinnehme.

Die meisten anderen, denen ich es gesagt habe, haben es ganz entspannt aufgenommen. Meine Eltern ahnen es, wenn ich mich nicht täusche, aber ich wollte es ihnen erst sagen, wenn ich einen Freund gefunden habe.

Was bedeutet dein Nickname und warum hast du ihn dir ausgesucht?

Max: MindBreaker setzt sich aus den Wörtern Mind (Verstand) und Breaker (Zertrümmerer oder auch Brecher) zusammen. Auf den Namen bin ich gekommen als ich mir überlegt habe, was mich eigentlich alles so ausmacht als Person und wie andere auf mich reagieren, wenn sie mich kennen lernen.

Viele sagen, wenn ich Ihnen erzähle was ich alles mache, erstmal "Wow" und daraus hat sich dann irgendwann MindBreaker entwickelt, da ich im entfernten Sinne ihren Verstand breche.

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