Simon aus Tübingen

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Simon aus Tübingen

Simon

Simon (16) spricht über seine klaren Ziele, die Leidenschaft zum japanischen Kampfsport und vorbildliche Ablehnung von Alkohol. Unser dbna'ler im Monat August.

Welche Charaktereigenschaften schätzt du an dir besonders?

Simon: Ich bin ein sehr direkter Mensch. Ich finde es wichtig, Probleme offen anzusprechen und dann zu versuchen, gemeinsam auch eine Lösung zu finden. Ich bin oftmals vor Problemen weggerannt, bis ich gemerkt habe, dass es die Lage teilweise noch verschlimmert. Ich persönlich hasse es, wenn Menschen zeigen, dass sie Probleme haben, aber nicht den Mut aufbringen, darüber zu reden. Es gibt viele Menschen in meinem Umfeld die nicht mit meiner direkten Art klar kommen, aber das ist mir egal. Ich verstelle mich für niemanden.

Ich schreibe mein Verantwortungsbewusstsein auch sehr groß. So unglaubwürdig es auch klingen mag ich trinke keinen Tropfen Alkohol, wieso soll ich etwas trinken wenn es mir nicht schmeckt? Meine Freunde akzeptieren das, auch wenn sie nicht die Meinung teilen. Wenn ich mit ihnen mal weg bin und sie etwas zu viel "intus" haben, sind sie froh, daas ich sie nach Hause bringe.

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Aber das nicht ohne Grund. Ich habe eine andere Kampfsportart entdeckt, die es mir angetan hat: Ju-Jutsu. Kleine Aufklärung im Judo wirft, hält, hebelt und würgt man. Im Ju-Jutsu sind die besten Elemente verschiedenerer  Kampfsportarten vereint. Darunter Kickboxen, Judo, Karate, Aikido. Es ist mehr Selbstverteidigung als ein Wettkampfsport wie Judo. Und ohne den Kampfsport wäre ich nicht das, was ich heute bin: direkter, disziplinierter, offener, respektvoller und vor allem selbstsicherer. 

Womit beschäftigst du dich in deiner Freizeit?

Simon: Ich betreibe seit ca. 10 Jahren Kampfsport. Ich habe schon viele Sportarten ausprobiert: Tischtennis, Fußball. Jedoch konnte ich mich dafür nicht begeistern. Eines Tages habe ich den Film "Karate Tiger" angeschaut und war so fasziniert.

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Die Disziplin und der respektvolle Umgang ist total mein Ding. Ich habe dann den nahegelegen Judoverein aufgesucht und habe angefangen Judo zu betrieben. Ich habe auch im Wettkampf immer gute Ergebnisse erzielt. Bis 12 habe ich Judo gemacht. Dann habe ich die Lust daran verloren.

Deshalb bedeutet der Sport mir so viel. Dieser Sport hat es mir echt angetan und ich hoffe, dass ich bald die Prüfung zum schwarzen Gürtel ablegen kann.

Wann und wie hast du festgestellt, dass du auf Männer stehst?

Simon: Es kam schleichend. Ich fand Frauen nie sexuell attraktiv und der Aufklärungsunterricht in der vierten Klasse hat meine Meinung bestätigt. Ich fing an, mich immer mehr für das männliche Geschlecht zu interessieren. Ich fand besonders den Oberkörper von Jungs immer sehr anziehend. Und als dann die Getränkewerbung von Sprite im TV kam und ich mir nur dachte: 'Oh man sieht der geil aus'. Ja dann habe ich gewusst: Simon du bist schwul.

Zu diesem Zeitpunkt war ich 14 Jahre alt. Anfangs habe ich gedacht, es sei nur eine Phase. Aber da habe ich mich gewaltig geirrt. Und mit der Zeit habe ich das auch so hingenommen und es akzeptiert.

Glaubst Du an die große Liebe oder Liebe auf den ersten Blick?

Simon: Ehrliche Antwort ? Ich glaube voll und ganz an die Liebe. Aber auf den ersten Blick oder nach dem ersten Date nicht. Ich denke Liebe braucht Zeit, um zu entstehen. Wobei ich sage, man kann sich in eine Person nach dem ersten Date schon etwas vergucken. Aber zwischen Lieben und Verleibtsein liegen Welten. Das Gefühl ist sehr ähnlich, aber nicht das Gleiche.

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Ich habe in meiner letzen Beziehung die Person sehr geliebt, wurde dann aber so enttäuscht, dass ich dachte: Nein nie wieder lass ich einen Jungen in mein Leben. Aber das ist ein Fehler. Man kann die Liebe nicht finden, die Liebe findet einen.

Wenn du dir deinen Traummann backen könntest, wie sollte er sein?

Simon: Einen Traummann gibt es eigentlich im realen Leben nicht. Jeder Mensch, mich eingeschlossen, hat Fehler. Ich finde es aber total süß, wenn ein Junge etwas kleiner ist als ich, jedoch ein bisschen älter. Vom Aussehen kann und will ich mich gar nicht festlegen, da ich mich, wenn ich mich in einen Jungen verliebe, auf die inneren Werte schaue. Mich bekommt man nicht durch Aussehen.

Wenn ich mich jetzt entscheiden müsste zwischen einem Jungen der Bombe aussieht, jedoch einen schlechten Charakter hat und einem Jungen der durchschnittlich gut aussieht und einen tollen Charakter hat, würde ich mich letztendlich für den zweiten Jungen entscheiden. Aussehen bekommt man geschenkt, Charakter nicht und das ist das, was am Ende zählt. Jungs die nur auf Sex und Spaß aus sind haben da sicher eine andere Auffassung, aber da ich ein Beziehungsmensch bin zählt für mich der Charakter mehr.

Damit will ich nicht sagen, dass mir das Aussehen völlig egal ist. Mein Traummann muss mir natürlich auch gefallen. Er sollte auch fest im Leben stehen und Ziele haben.

Mein Freund sollte ehrlich, treu, offen, süß und geoutet sein. Er sollte mich mit meinen Fehlern akzeptieren und nicht versuchen mich irgendwie groß zu verändern.

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Weitere Quellen: dbna, Simon