Eine starke Aktion!

Redaktion Von Redaktion

Bei mir fing alles an, als ich 16 Jahre alt war. Ich war auf einer Partnerbörse im Netz und suchte nach ein paar netten Bekanntschaften, als mir ein Foto ins Auge fiel. Es war ein Junge. Ich habe drei Monate mit ihm telefoniert und es war echt schön, aber neu.

Gino, 18: Ich wollte es selber nicht wahrhaben und hatte echt Probleme mich selbst zu akzeptieren. Heute denke ich mir, was eine Zeitverschwendung! Nachdem ich mich dann nach einer Zeit bei einer guten Freundin geoutet hatte, was mir verdammt schwer gefallen ist, wurde ich von einem Jungen angeschrieben (auf einer der extra Singelseiten für Schwule) und es hat gefunkt!

Zu dem Zeitpunkt hatte ich es selbst schon akzeptiert und war auch eigentlich ganz froh damit. Jetzt wollte ich es nichtmehr für mich behalten und outete mich bei meinem damals besten Freund per Brief. Alles, was er dazu zu sagen hatte, war: Joa, läuft, solange du mich nicht anmachst! Ich war echt ganz froh darüber und dachte mir, wenn es bei ihm so glatt läuft, dann wird es bei allen so laufen (er war der Inbegriff eines Heteros).

Danach outete ich mich bei meinen anderen Freunden und es verlief alles ganz super, die meisten glaubten mir nicht, weil ich vom Verhalten her eher hetero bin und allen dieses Klischeebild von der pink tragenden Tucke im Kopf schwebte.

Danach war das Coming-out bei meinen Eltern dran. In der Zwischenzeit besuchte ich schon den Jungen von der Homepage, der 600 km weit weg wohnte. Meine Cousine fuhr mit mir die Strecke, um mein Liebesglück zu finden. Das fand ich echt eine starke Aktion! Im Endeffekt war ich dann auch 4,5 Monate mit ihm zusammen. Dann schlussendlich hat er die Beziehung aufgrund der Entfernung aufgegeben.

Naja wie dem auch sei. Meine Eltern haben eher schlecht reagiert. Mein Vater, Italiener, hat es natürlich als Weltuntergang angesehen und erst einmal meine Cousine zur Sau gemacht, was ihr einfiele, ihm nichts zu sagen, und wieso sie mit mir zu meinem Freund gefahren wäre. Im Endeffekt bin ich dann gegangen, weil ich keine Lust mehr auf die stumpfsinnigen Diskussionen hatte.

Mittlerweile war ich 17 Jahre alt und schon selbstbewusster. Ich habe einfach ein paar Tage bei einem guten Freund gewohnt. Danach wurde das Thema einfach nicht mehr angesprochen, es wird quasi tot geschwiegen. Das Verhältnis zu meinem Vater beschränkt sich auf das Nötigste. Wir fahren noch zusammen Motorrad und bauen unser Haus um. Ansonsten leben wir eher getrennt, obwohl ich wieder zuhause wohne. Meine Eltern hatten zwar damals erlaubt, dass mein Freund mich besuchen durfte, aber selbst das war echt ein Kampf.

Naja, jetzt lebe ich mein Leben und bin stolz darauf schwul zu sein. Ich habe mir auch einen schwulen Kollegen eingestellt, der mir etwas Arbeit als Aushilfe abgenommen hat, meine Chefin hat ganz locker darauf reagiert.

Mein Fazit: Jeder sollte selbst den richtigen Zeitpunkt bestimmen. Selbst wenn die Eltern Stress machen oder irgendwelche Freunde sich nach dem Coming-out abwenden: hey, das Leben geht weiter!!! Ich bin wieder solo, habe einen guten Job, und komme super mit meinen Freunden zurecht. Die Sache mit meinen Eltern, gut, passiert, aber da gebe ich nicht viel drum. Von dahe zieht euer Ding durch, steht zu euch und zu dem, was ihr liebt.

Coming-out

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