Erster Schritt, check!

Redaktion Von Redaktion

Für mich war es richtig schwer, mir einzugestehen, dass ich schwul bin, weil mein Dad Schwule hasst und das auch in der Verwandtschaft offensichtlich macht. Aus diesem Grund hat auch meine halbe Familie keinen Kontakt mehr zu ihm, da auch mein Onkel schwul ist und er es partout nicht akzeptieren will.

Alex, 16:

Aber jetzt zurück zu mir: Ich hab in der achten Klasse angefangen mich zu ritzen, weil ich es einfach nicht mehr aushielt. Meine damalige Rektorin (sehr toleranter Mensch) hat das dann aber mitbekommen und mich zu einem Gespräch gebeten. in dem ich ihr dann sehr schonend beibrachte, dass ich nicht ganz normal bin, sondern eben schwul. Sie hat mir daraufhin gedroht wenn ich noch einmal sagen würde ich sei nicht normal schlägt sie mich im Viereck rum.

Ich war natürlich total motiviert und habe mich daraufhin auch bei meinen vielen Freundinnen geoutet. Eine Quelle war dann eben doch undicht und es sprach sich dann auch wie ein Lauffeuer herum. Die meisten Realschüler haben es sehr gut aufgenommen, nur von den Hauptschülern (die Hauptschule ist neben unserer) kamen dann doch sehr oft sehr beleidigende Schimpfwörter. Ich hatte seitdem noch einige Gespräche mit meiner Rektorin und die hat sich dann schließlich der Sache angenommen und jedem, der so Wörter wie Schwuchtel", Arschficker" und Schwulette" noch einmal sagt, Arrest angedroht. In meiner Klasse sind alle Mädchen (8) hinter mir gestanden und die Jungen (22) haben sich meist gar nicht darum gekümmert. Und wenn dann doch mal ein Schimpfwort kam waren die Mädchen schneller auf 180 als ich denken konnte.

Im Großen und Ganzen ist mein Coming-Out bis jetzt sehr gut verlaufen. Wenn ihr euch jetzt fragt warum ich nichts von meinem Outing daheim erzähle dann kann ich euch sagen, dass das der Teil ist vor dem ich Angst habe. Die Leute in der Schule/Arbeit oder im Freundeskreis die euch nicht akzeptieren, die könnt ihr links liegen lassen aber bei eurer Familie geht das nicht so einfach. Meine ehemalige Rektorin (43) zähle ich mittlerweile zu einer meiner besten Freundinnen und wir treffen uns auch noch regelmäßig und gehen zusammen was essen oder ins Kino.

Coming-out

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