Herausgeplatzt

Redaktion Von Redaktion

Meine Geschichte ist vielleicht nicht so wie andere, da es viele gemischte Gefühle gab. Mein Coming-out war im Herbst 2008. Es war auf der Abschlussfahrt in der Toskana (Italien).

Steven, 15: Am letzten Tag waren wir alle gut drauf und ich dachte, ich könnte damit herausplatzen und alles ins Reine bringen. Zuerst dachten alle, ich wolle sie nur auf den Arm nehmen, aber dann fragten sie nach und ich bestätigte meine Aussage immer und immer wieder. Als sie dann allmählich begriffen, dass das war ich sagte, mein voller Ernst war, hörten sie auch auf blöde Witze über diese Sache zu machen.

Immer wieder kamen Freunde usw. zu mir, die nochmals nachfragten, ob es stimmen würde, ob ich schon einmal Sex mit einem Jungen gehabt hätte? Ich lächelte und sagte: Ja, schon mehrere Male. Sie waren zuerst geschockt und gelähmt, aber irgendwann kamen sie wieder runter.

Auf der Heimfahrt im Bus drehten sich noch ein paar meiner Freunde zu mir um und sagten, dass das jetzt doch nicht stimmen würde, mit meinem Kleinen, oder? Ich sagte, dass ich wüsste, dass ich sie damit unvorbereitet in eine Schlacht mit ihrem Gewissen geschickt hätte, aber wenn sie diese Schlacht nicht gewinnen könnten, würde unsere langwierige Freundschaft zu Bruch gehen. Das sollte so viel heißen, wie wenn sie damit nicht klar kämen, könnten sie nicht mehr meine Freunde sein. Irgendwann sahen sie dann ein, dass ich so bin, wie ich bin und akzeptieren es.

Heute weiß es ziemlich jede, dass ich auf beiden Ufern zuhause bin und hat kein Problem damit. Seit meinem Coming-out kamen mehrere Leute von meiner Schule zu mir und outeten sich und wollten mal etwas mit mir unternehmen. Da dachte ich mir, dass ich es nun wirklich geschafft und mich voll integriert hatte.

Coming-out

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