Schwester sei Dank

Redaktion Von Redaktion

Ich mag euch jetzt auch einmal von meinem Coming-out, welches vor fast sieben Jahren stattgefunden hat, berichten. Das Ganze lief eher unfreiwillig mit 14 Jahren ab.

Olla, 20: Meine Schwester (heute 16, damals halt zehn Jahre alt) hat von einem guten Kumpel aus dem Internet erfahren, dass ich schwul bin. Mit zehn Jahren weiß man natürlich noch nicht so wirklich, was das ist. Wie ich später dann erfahren habe, ist sie danach wohl zu meinen Eltern gerannt und meinte Mama, Papa... Olla ist schwul!!!...... Was ist das?

Eigentlich hätte ich sie damals erschießen können, jetzt im Nachhinein bin ich froh darüber. Mein Vater hatte anfangs so seine Schwierigkeiten damit und hat öfters nachgefragt, ob ich mir wirklich sicher sei. Auch meine Tanten und Onkel, Cousins, Cousinen, Großeltern haben dieses eher unfreiwillige Coming-out sehr positiv aufgenommen.

Den Vogel bei der Sache hat allerdings meine Mutter abgeschossen. Da meine Eltern getrennt sind, hat sie es erst etwas später erfahren. Als wir dann ein Wochenende zu Besuch waren, kam sie also in mein Zimmer. Sie begann das Gespräch mit dem Satz Du; Olla, ich habe da etwas von Michi erfahren... Ich hatte absolut keinen Schimmer, was sie jetzt genau wollte. Michi hat mir erzählt, du seist schwul. Stimmt das?

Ich war natürlich erst einmal geschockt, dass sie mich nun darauf ansprach. Aber dann dachte ich mir: Wieso ein Geheimnis draus machen? Der Rest der Verwandtschaft weiß es doch auch. Also bestätigte ich die Aussage meiner Schweste.. Und dann kam das, womit ich absolut nicht gerechnet habe. ECHT? Oooooooh, das ist ja so geil! Ich wollte schon immer mal einen Schwulen in der Familie haben. Hast du denn schon nen Freund? Und seit wann weißt du das? Warum erfahre ich das erst jetzt? BOOM! Ich war erschrocken. So eine extrem positive Reaktion hätte ich nicht erwartet.

Naja, jedenfalls hab ich ihr dann erzählt, dass ich keinen Freund habe und auch noch k einen hatte.... Das scheint ihr wohl nicht gefallen zu haben, jedenfalls kam von ihr der Spruch: Mein Sohn hat keinen Freund? Das ändern wir. Los, Olla, frisch machen, wir gehen in die Stadt und suchen dir 'nen Kerl!

Ich dachte anfangs es sei ein Scherz und wir würden Eis essen gehen. Pustekuchen! Mitten in der Stadt fing sie bei jedem Kerl, der ihr gefiel, an zu schreien: "EY OLLA? HAT DER NICHT NEN GEILEN ARSCH?" PEINLICH³! Naja, das jedenfalls war mein Coming-out.

Coming-out

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