Sorry, bin umgekippt

Redaktion Von Redaktion

Es fing alles damit an, dass meine Ex-Freundin mit mir ihr erstes Mal haben wollte aber ich einfach nicht konnte.

Tim, 21: Das Ganze hat mich so fertig gemacht, dass ich erst einmal darüber nachdenken musste und mir selber klar werden musste, was ich denn jetzt eigentlich will. Nach langem Grübeln und Stöbern hier bei DBNA musste ich mir aber eingestehen das es wirklich so ist: Ich bin schwul. Aber das kann doch gar nicht sein. Ich bin doch viel zu sehr Mann um schwul zu sein. Ich habe das dann ein ganzes Jahr versucht zu verdrängen, was mich innerlich so kaputt gemacht hat, dass ich nachts nicht mehr schlafen konnte.

Also habe ich mir aus meinem Freundeskreis einen Jungen gekrallt von dem ich wusste das er schwul ist und habe ihn darüber ausgequetscht, wie es so ist und wie ich es am besten meinen Freunden und vor allem meiner Familie beibringen konnte. Er hat mir gesagt, dass ich erst bei meinen besten Freunden anfangen sollte. Gesagt getan. Da ich meinen besten Freund morgens immer zur Arbeit gefahren habe, habe ich mir gedacht es wäre klug. es ihm auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle zu sagen. Blöd war nur das wir auf einem Roller saßen. Ich habe es ihm während der Fahrt gesagt und er war so erschrocken das er mich und somit auch den Roller umriss und wir nen Unfall hatten. War aber halb so wild.

Danach habe ich es in einer gemütlichen Trinkrunde auch meinen anderen Freunden gesagt und alle nahmen es gelassen auf, auch wenn mir Manche nicht glaubten. Dann wollte ich es meiner Mutter sagen. Aber wie stelle ich es an? Habe mir dann gesagt, ich mache es einfach direkt. Und siehe da, alles gut. Dann war nur noch die größte Hürde zu überwinden - Mein Vater. Da ich wenig Kontakt mit ihm habe, habe ich mit ihm über Facebook geschrieben und es ihm gesteckt. Als es raus war war ich zwar erleichtert aber ich erhielt für 5 Minuten keine Antwort. Als ich nachfragte ob er noch da sei kam nur: "Sorry, bin grade mit dem Stuhl umgekippt!" Er hat aber überhaupt kein Problem damit.

Durch eine Geburtstagsfeier mit knapp 100 Leuten aus meinem Freundeskreis habe ich auch meinen Ex-Freund kennen gelernt, von dem niemand außer mir weiß, dass er auch auf Männer steht. Wir waren 2 Monate zusammen. Die schönsten 2 Monate meines Lebens. Ich kann euch einfach nur raten es zu sagen. Es fällt einem echt eine große last von den Schultern. Und die Menschen sind nicht mehr so verkorkst wie vor 20 Jahre.

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