Verräterische SMS

Redaktion Von Redaktion

Ich weiß schon ungefähr seit meinem 13. Lebensjahr, dass ich schwul bin. Denn zu dieser Zeit war ich in einen meiner besten Kumpels verknallt. Manchmal hat er mich gestreichelt, aber er war leider definitiv hetero und so wusste ich, dass ich nie eine Chance bei ihm haben werde.

Manuel, 15: Ich wollte einfach mit ihm die ganze Zeit zusammen sein in dem Wissen, ihn nie für mich haben zu können. Jedoch die Sache, ob schwul, bisexuell oder hetero, machte mich fertig. Nicht allein die Tatsache schwul zu sein, sondern die Tatsache das ich gemobbt wurde. Drei Jahre ging das so und der Grund war, dass meine damaligen Mitschüler mich als Schwuchtel deklariert hatten. Das ist auch mit der Grund dafür, dass ich lange gebraucht habe um mit meinem Schwulsein klar zu kommen. Ich wurde geschlagen und seelisch fertig gemacht. Heute kann ich sagen, dass mich das stark gemacht hat.

Es verging über ein Jahr, in dem ich meine schwule Seite verdrängt habe und eigentlich auch gar nicht daran gedacht habe, wenn ich ehrlich bin. Doch dann kamen die Osternferien 2009 und meine letzte Freundin, inzwischen Ex-Freundin Nina. Ich sah sie und bildete mir ein, in sie verliebt zu sein. Mit ihr war ich ungefähr einen Monat zusammen. Wie man sieht, hat diese Beziehung nicht lange gehalten.

Zwei Tage nach dem sie Schluss gemacht hatte, machte es auf einmal klick und ich realisierte, dass ich eigentlich gar nicht auf Frauen stehe. Ich war, naja, wie soll ich sagen, nicht sehr erfreut darüber, schwul zu sein, aber ich lernte schnell, es zu akzeptieren. So fasste ich auch den Entschluss, zumindest meiner besten Freundin von meiner Homosexualität zu erzählen. Da sie selbst bi ist, dachte ich mir, sollte es auch nicht so ein Problem sein.

Nun musste sich nur noch ein Tag finden, an dem es perfekt passte. Der kam auch, es war der Tag, an dem wir ein Schulprojekt hatten, und der Geburtstag meiner Mutter. Also waren der Vorwand und der Zeitpunkt ideal. Ich hatte nur ein Problem: eine zweite Freundin, die sich aufdrängte. Ich hatte nicht vor, mich gleich zweien gegenüber zu outen. Die Zeit verging und ich wusste ich musste bald nach Hause meine Mutter hatte schließlich Geburtstag. Zum Glück verabschiedete sich die andere Freundin rechtzeitig, so dass ich es meiner besten Freundin noch erzählen konnte. Sie war voll begeistert und meinte jetzt hat sie einen Hetero-Besten und einen Schwulen-Besten damit wäre alles abgedeckt und sie hat sich schon gedacht, dass so etwas in der Art los sei.

Naja ein paar Tage später lernte ich Lukas kennen. Einen total süßen Jungen, in den ich mich total verliebte. Nur ich hatte bzw. wir hatten ein Problem: Wir lebten relativ weit voneinander entfernt, aber wir wollten es mit einer Fernbeziehung versuchen. Wir schrieben uns die ganze Zeit SMS und waren total glücklich. Bis auf den Tag es war Sonntag und am nächsten Tag war Schule. Mein Stiefvater, ein konservativer und strenger Mann, erwischte mich dabei wie ich mit ihm schrieb. Er nahm mir das Handy ab und lass die SMS, die Lukas gerade geschrieben hatte. In ihr stand: Schatz, du bist der beste. leider wohnst du so weit weg, würd dich so gern mal live treffen. ldsv lukas.

Mein Stiefvater hat mich nie darauf angesprochen, jedoch meine Mutter. Nachdem sie zwei Tage dumme Andeutungen wie Musst du mir was erzählen? gebracht hat, habe ich es ihr erzählt. sie war geschockt, aber auf eine positive Weise und meinte, ob alles klar sei, und ob ich damit klar komme. Sie selbst kommt, glaube ich, gut damit zu recht.

Danach musste ich es meiner Sabrina erzählen, meiner anderen besten Freundin. Sie war total begeistert. Seitdem liebt sie mich über alles und unsere Freundschaft ist die engste, die man sich vorstellen kann, seitdem ich es ihr erzählt habe.

Danach erzählte ich es auch der Antonia, der Dritten im Bunde, die bei meinem ersten Coming Out noch im Weg war (siehe oben). Sie nahm es am schlechtesten auf. Sie war zwar nicht geschockt, dennoch leicht angeekelt. Aber sie findet es gut, dass ich mutig genug was es zu gestehen.

Einen Monat später habe ich einen wundervollen Freund gefunden, der mich über alles liebt und ich ihn auch. Mit ihm hatte ich auch mein erstes Mal, was alle meine Freunde toll fanden, doch eine war geschockt: die Antonia. Sie finden es alle in Ordnung und ich kann nur sagen, es hilft ungemein, wenn man sich zumindest ein paar Leuten anvertraut. Auf die Frage Bist du schwul? würde ich sofort mit Ja! antworten.

Coming-out

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