Auftrittsverbot für "Bounty Killer"?

Christian Brandl Von Christian Brandl

Der LSVD will Auftritte des jamaikanischen Hassmusikers "Bounty Killer" in Deutschland verhindern und beruft sich auf den Tatbestand der Volksverhetzung durch die Texte des Musikers. Dieser fordert in verschiedenen Liedern zum Mord an Schwulen auf.

(dbna.de / LSVD) In verschiedenen Titeln gibt der jamaikanische Hassmusiker "Bounty Killer" zu verstehen, was er von Homosexuellen hält und wie man mit ihnen seiner Meinung nach umgehen sollte:  in "Another level" fordert er den Hörer dazu auf, Schwule zu verbrennen oder zu ertränken. Auch in anderen Titeln ruft er zum Mord an Schwulen auf. Nun will der LSVD verhindern, dass der Jamaikaner in Deutschland auftritt.

Um dies zu erreichen, wurden die Staatsanwaltschaften und die Polizei in den geplanten Auftrittsorten Berlin, München und Essen auf die menschenverachtenden Inhalte der Titel des Interpreten aufmerksam gemacht: "Wir möchten Sie dringend auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass die genannten menschenverachtenden Lieder nicht zur Aufführung kommen und dass der Interpret auf der Bühne keine Aussagen macht, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Ferner sind wir der Auffassung, dass Interpreten, die solch menschenverachtende, minderheitenfeindliche Inhalte in ihrem Repertoire führen, hierzulande kein
Forum geboten werden sollte. Es kann nicht angehen, dass auf deutschen Bühnen von denselben Leuten zu Mord und Totschlag aufgerufen wird, die in Jamaika regelmäßig für eine unvorstellbare Schwulenhatz sorgen. Von Dancehall Bühnen herab sorgen Interpreten wie Bounty Killer für eine Schwulenhatz, der immer wieder (vermeintlich) schwule Männer zum Opfer fallen", so der LSVD in einer Anzeige.

An die Bundesregierung richtete der LSVD die Forderung, dem  Musiker die Einreise nach Deutschland zu verweigern.

Nach Auffassung des LSVD handelt es sich bei den Texten von Bounty Killer um öffentliche Aufforderungen zu Straftaten gem. § 111 StGB und der Tatbestand der Volksverhetzung gem. § 130 StGB sei gegeben, sofern der Auftritt stattfinden und die besagten Songs zur Aufführung gebracht werden sollten. Auch die Veranstalter machten sich in diesem Falle strafbar. 

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Weitere Quellen: LSVD, Flickr.com / Stefan Klauke from Kingston, Jamaica