Der Austauschschüler

Redaktion Von Redaktion

In Justin Blacks erstem Hörbuch "Der Austauschschüler" geht es um die beidenTeenager Matthew und Romeo, die sich anfangs nicht ausstehen können.Aber mit einem Mal ändert sich Romeos Bild von dem Sunnyboy aus denUSA. dbna hat mit dem Autor gesprochen.

Justin Black, 22, ist Autor und Filmemacher. Als in frühester Kindheit eine Muskelschwäche bei ihm diagnostiziert wurde, betrug die Lebenserwartung gerade mal zwei Jahre. In diesem Jahr ist der vielseitige Künstler wieder bei der Berlinale.

In seinem ersten Hörbuch "Der Austauschschüler" geht es um die beiden Teenager Matthew und Romeo, die sich anfangs nicht ausstehen können. Aber mit einem Mal ändert sich Romeos Bild von dem Sunnyboy aus den USA. Ein Gefühlschaos überrascht die zwei Jungs, welches beinahe ein böses Ende nimmt. dbna hat mit Justin Black gesprochen.

dbna: Wie kamst du auf die Idee zu deiner Geschichte?

Justin Black: Nun, ich fand es einfach ätzend, was die Gesellschaft für ein Bild von Schwulen hat. Das sind voll die Klisches. Die Leute meinen, Schwule tragen entweder Lack und Leder oder Frauenklamotten und es geht einfach nur darum, möglichst schnell möglichst viel Sex mit möglichst vielen Typen zu haben. Ach ja, und Schwule sind immer entweder Friseur, Modedesigner oder Fotograf (lacht).

Ich wollte eine Geschichte schreiben, die zeigt, dass in dieser "Schublade", in die die Gesellschaft Schwule steckt, viel mehr los ist und das nicht immer nur mit rosa Glitter zu tun hat. Es geht um Gefühle, den Alltag, selbst damit klar zu kommen und auch die Angst, von der Umwelt in diese dämliche Schublade gesteckt zu werden.

dbna: Wie kam es dann dazu, dass es auch ein Hörbuch zu deiner Geschichte gibt?
 
Justin Black: Ein Hörbuch ist, glaube ich zumindest, genau das richtige Medium für "Der Austausch-Schüler". In geschriebener Form ist die Geschichte viel zu kurz für ein Buch und viel zu lang für eine Kurzgeschichte. Hätte ich einen Film daraus gemacht, was bei einem Filmemacher ja sehr naheliegend wäre, hätte die Geschichte meiner Meinung nach viel verloren. 

Die Phase, in der sich die Hauptfigur, Romeo, befindet, selbst zu erkennen, dass man schwul ist und das auch für sich selbst zu akzeptieren, ist sehr kopflastig. Es geht viel um Gedanken und Gefühle. Und Gedanken kann man bildlich nunmal schlecht darstellen. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Film voller Tagtraumsequenzen oder mit einem Ich-Erzähler, der ständig dazwischenlabert, während er gerade auf der Leinwand agiert.

dbna: Was hat die Story mit dir selbst zu tun? Verarbeitest du eigene Erlebnisse oder Wünsche?

Justin Black: (lacht) Schön wäre es schon, wenn ich mit dem Sohn eines amerikanischen Filmproduzenten befreundet wäre. Aber diese Geschichte ist frei erfunden. Wie gesagt, der Fokus liegt auf Romeo, der sich langsam eingesteht, dass er schwul ist und den normalen Schwierigkeiten, die das in der heutigen Zeit leider immer noch mit sich bringt. Und Matthew, der gutaussehende, nette Fremde... Nun, ich sage immer, alles ist möglich und man soll es wagen zu träumen. Wieso also nicht auch von einem süßen Amerikaner aus einer "anderen Welt"?

dbna: Woran arbeitest du momentan?

Justin Black: Abgesehen davon "Der Austausch-Schüler" weiter bekannt zu machen, stehen als nächstes wieder zwei Kurzfilmprojekte an. Beide ebenfalls sehr tiefsinnig. Für den einen Film stehen wir in Kontakt mit einem sehr bekannten deutschen Schauspieler. Außerdem liegen zahllose Geschichten bei mir in der Schublade, die darauf warten, dass ihre Zeit gekommen ist. Darunter auch eine Idee für einen Spielfilm, der mal ein ganz anderes Licht auf dieses ganze "wer ist schwul und wer eine Hete"-Theater werfen würde. Es wird sich zeigen, wann die Umstände für welches Projekt passend sind.

dbna: Was wünschst du dir für die Zukunft?

Justin Black: Zu allererst natürlich Gesundheit und die Energie, noch zahlreiche tolle Projekte durchführen zu können, die viele, viele Menschen beeindrucken und bewegen. Die nötigen Mittel, um solche Projekte auch ohne Kompromisse umzusetzen, wären sicherlich auch wünschenswert. Dann natürlich viele neue interessante Kontakte, eine Menge Spaß und jemanden, mit dem man Spaß und Erfolg auch mal teilen und mit dem man an einem freien Vormittag einfach mal nur kuschelnd im Bett liegen kann.

dbna: Vielen Dank für deine Zeit und das angenehme Gespräch!

Justin Black: Ich danke Euch und hoffe, Eure User haben viel Spaß beim Anhören von "Der Austausch-Schüler"! Wer mag, kann mir danach gerne über meine Webseite www.JustinBlack.info eine Rückmeldung geben, wie ihm die Geschichte gefallen hat. Beim nächsten Projekt sprechen wir uns hoffentlich wieder!

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Claudia Buhl-Löweinger