"Die gleiche Stufe wie Taliban-Kämpfer"

Falk Steinborn Von Falk Steinborn
"Die gleiche Stufe wie Taliban-Kämpfer"
Kerstin Martin, cc-by-sa

Der deutsche Reggae-Musiker Gentleman verteidigt homophoben Reggae. Zufällig tritt er jetzt in die Diskussion ein, wo sein neues Album vor der Veröffentlichung steht.

Pünktlich zum Erscheinen seines neuen Albums und seinem Tourauftakt mischt sich nun auch der deutsche Reggae-Musiker Gentleman in die Debatte um homophoben Reggae ein. In der  Internettalkshow "clixoom" verteidigte er seine jamaikanischen Kollegen Sizzla und Elephant Man. 

"Wenn die auf die gleiche Stufe gestellt werden wie Taliban-Kämpfer, wenn Reggea-Platten auf dem Index landen neben rechtsradikalen Platten, da stimmt einfach irgendwas nicht."

Nach Gentlemans Ansicht zeige dies, dass die ganze Diskussion aus dem Ruder gelaufen sei. "Da wird ein ganzes Genre kriminalisiert", beklagte er in Richtung Lesben- und Schwulenverbänden in der Tageszeitung die taz.

Kerstin Martin, cc-by-sa

Stattdessen fordert Gentleman, der Jamaika als seine zweite Heimat sieht, einen differenzierteren Blick auf die Texte sowie den kulturellen und religiösen Background der Jamaikaner.

Er verglich dies mit anderen Ländern: "Du kannst nicht nach Vatikan-City gehen und einen Kondom-Automaten aufstellen, du kannst nicht nach den Iran gehen und fragen: Warum tragt ihr hier alle Kopftücher?".

"Der Papst sagt genau dasselbe"
Gentleman selbst sprach sich gegen schwulenfeindliche Texte, auch wenn er sie toleriert:"Ich habe auch immer wieder Diskussionen in Jamaika und sage: Hey ich kann nicht verstehen, wenn jemand einen anderen Menschen aufgrund seiner Sexualität diskriminiert.

Und trotzdem kann ich akzeptieren, wenn jemand sagt: Ich kann Homosexualität nicht mit meinem Glauben vereinbaren."

Diese religiös begündete Schwulenfeindlichkeit werde nach Ansicht von Gentleman in anderen Bereichen akzeptiert: "Der Papst sagt genau dasselbe, was Sizzla sagt, nur vielleicht nicht ganz so radikal."

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: taz, clixoom.de