Kurt Cobain

Patrick Fina Von Patrick Fina

Sie wollten provokativ und vor allem unpopulär sein. Aber irgendetwas lief da gewaltig schief. Nirvana hat selbst heute noch absoluten Kultstatus.  

Sie wollten provokativ und vor allem unpopulär sein. Aber irgendetwaslief da gewaltig schief. Denn selbst heute, 10 Jahre nachdem sich dieBand aufgelöst hat, kommt kein Teenager um die harten Gitarrenriffs vonNirvana herum. Schon ihr erstes Album "Bleach" verschaffte der Bandabsoluten Kultstatus. Sie trugen alte Klamotten und schufen damitunfreiwillig den Grunge-Stil, der noch heute gerne von Modedesignernkopiert wird. Doch etwas passte nicht. Während Cobain jeglichenKommerz, Erfolg und das ganze Musikgeschäft an sich abgrundtief hasste,wurde das Hitalbum "Nevermind" millionenfach verkauft. Der ohne hinschon depressive, oft unter Drogen stehende Musiker rutschte in einenimmer tiefer werdenden, scheinbar endlos langen Abgrund. Er schriebSongs über zerbrochene Liebe, Gewalt, Drogen und Hoffnungslosigkeit undwurde damit Vorbild einer desillusionierten Generation. Kritikernannten ihn den "John Lennon einer neuen Generation" und dieZeitschrift "Rolling Stone" lässt den Grunge-Star in einerSonderausgabe zum 50. Jahrestag des RocknRoll als "unsterbliche"Rockgröße weiterleben. Auf der Liste der 50 Besten, neben Janis Joplin,Otis Redding und Buddy Holly, belegt Cobain immerhin den 27. Platz.

Aber der große, weltweite Ruhm währte nicht lange. Am 5. April1994, heute vor genau 10 Jahren, schoss sich der Rockmusiker in einemAnbau über der Garage eine Kugel durch den Kopf. Drogen, Depressionen,heftige Magenschmerzen und Selbstmordgedanken quälten ihn scheinbar zulange. Außerdem ließ ihm seine Ehe mit der Rockgöre Courtney Love keineRuhe. "Falls er jemals 30 werden sollte, wäre ich überrascht", sagteselbst seine Mutter Wendy OConnor. Er machte aus seinenSelbstmordgedanken kein Geheimnis, und einer seiner letzten Songs hieß"I Hate Myself And I Want To Die" (Ich hasse mich und will sterben).Die Nachricht verbreitete sich rasend schnell über die ganze Welt undlöste bei der jungen Generation große Empörung aus. Im März 1994 tratNirvana in München zum letzten Mal auf. Nur wenige Tage danach fielCobain nach einer Überdosis Beruhigungsmitteln in Kombination mit einergroßen Menge Alkohol in ein Koma. Eine daran anknüpfende Entziehungskurin Kalifornien brachte er selber kurz vor dem Selbstmordab.     

Es gibt keine offizielle Grabstelle, an der heute am 10. TodestagFans um ihr großes Idol trauern können. Die wurde damals von denBehörden in Seattle im US-Staat Washington verweigert. Man befürchteteeinen zu großen Ansturm von hysterischen Fans. Cobains Witwe CourtneyLove, die aus ihrer Verachtung kein Geheimnis macht ("Er ist einArschloch. Ich möchte, dass ihr alle laut Arschloch sagt") soll dieAsche Cobains angeblich an mehreren Stellen verstreut haben. 

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Weitere Quellen: stern.de