Rechtspopulismus als Virus

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Rechtspopulismus als Virus
Traumfresser

Die Band Traumfresser singt in "Lachmann" über Rechtspopulismus, der sich wie ein Virus verbreitet - und dabei auch für schwulenfeindliche Hetze verantwortlich ist.

Schon kurz nach dem Aufstehen wartet die Fratze: "Hör mir zu! Heute sind wir alle offen und so tolerant und morgen sind wir nur noch fremd im eigenen Land." Ein Satz, den der stellvertretende AfD-Sprecher Alexander Gauland zitiert. Ein Satz, der laut bayerischem Verfassungsschutz genau so von der NPD verwendet wird.

In der Dusche und beim Zeitunglesen geht es weiter. "Ich bin ja gar kein Nazi, ich mache mir nur Sorgen", singt der menschgewordene Rechtspopulismus. "Wir stellen Rechtspopulismus als leicht übertragbaren Virus dar", erklärt Izzy von der Band Traumfresser im Gespräch mit dbna.

"Ein satirisches, aber dennoch sehr ernstes Werk"

So geht es auch in der Erfurter Innenstadt weiter. Dort warnt der besorgte Bürger in Person vor Schwulen: "Unsere Kinder werden bald schon alle homosexuell, also holt sie aus den Schulen, aber Leute, bitte schnell! Oder wollt ihr eine Welt, die von Schwulen regiert wird?"

"Es ist als satirisches, aber dennoch sehr ernstes Werkt zu betrachten", sagt Izzy weiter. Denn dass sich rechtspopulistische Gedanken virusartig verbreiten, haben die vergangenen Wahlerfolge der AfD eindringlich bewiesen. 

Wo die rechtspopulistische Partei bereits im Landtag sitzt, zeigt sie ihr homofeindliches Gesicht: So setzt sie sich vehement gegen Aufklärung ein, etwa in Sachsen-Anhalt (dbna berichtete), oder beantragt, wie in Thüringen, Schwule und Lesben zählen zu lassen (dbna berichtete).

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