Schwuler Kuss auf Albumcover löst einen Shitstorm aus

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Schwuler Kuss auf Albumcover löst einen Shitstorm aus
sultanhengzt.de

Der Berliner Rapper Bass Sultan Hengzt hat die Debatte um Homophobie Rap angefeuert: Auf dem Cover seines neuen Albums "Musik wegen Weibaz" küssen sich zwei Männer. Dafür erhält er Respekt, aber einige Fans sind gar nicht davon begeistert.

"Keine Toleranz für Schwuchteln #nohomo" oder "Das ist ja ekelhaft, Zeit deine Alben zu verbrennen" lauten die Kommentare, die der Berliner Rapper Bass Sultan Hengzt auf Twitter hervorgerufen hat. Der Grund: Auf dem Cover seines neuen Albums sind zwei junge Männer zu sehen. Schwarz-weiß, die Augen geschlossen, berühren sie sich zärtlich, zum Kuss fehlen nur einige Millimeter. Das passt offenbar so gar nicht in die harte Welt des Raps, zumindest für einige Fans nicht.

Von anderer Seite erhält er Respekt für diese Aktion. So schrieb der Rapper D-Bo beispielsweise: "Bin PRO Küssende-Männer-Cover!!! Rap ist viel zu oft homophob, religiös extremistisch, rassistisch oder anders peinlich!!!". Das ARD-Morgenmagazin etwa, das sonst nicht viel mit deutschem Rap zu tun hat, feiert Fabian Cataldi, wie der Musiker eigentlich heißt. Auch die Grünen-Politiker Cem Özedmir und Volker Beck begrüßen die Entscheidung für das Cover.

Schleichender Sinneswandel

Doch woher kommt der plötzliche Sinneswandel? 2010 hat er noch Zeilen wie "du bist ein schwuler Kneck, du trägst gerne Lippenstift" oder "du bist der der beim Wichsen Männern auf die Lippen trift" zum Besten gebracht. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt der 31-Jährige diese neue Linie: "Seit sich mein Stil weg vom Battlerap bewegt, gibt es immer ein paar Leute, die mir schreiben: Ey, du bist schwul geworden. Die wollte ich ein wenig ärgern. Schön, dass sich jetzt gleich alle Ey-du-bist-Schwul-geworden-Menschen in Deutschland aufregen."

Denn damit hat er Recht: Einige seiner Fans hat der Sinneswandel nicht gefallen. Ein paar hundert Follower hat der Rapper schon verloren, sagt er. Das nimmt er jedoch gelassen: "Meine Musik soll den Leuten Spaß machen und ist tolerant. Alle, die eh schlechte Laune haben und alles kacke finden, können sich gerne verabschieden. Da ist es mir egal, ob ich Käufer verloren habe." Ob er mit seinem Albumcover für mehr Toleranz in der Rapszene sorgt, bleibt fraglich. Eines hat der Rapper auf jeden Fall geschafft: Er hat sich in die Medien gebracht und sein neues Album promotet.

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