Unser Star für Oslo

Redaktion Von Redaktion
Unser Star für Oslo
NDR/ProSieben/Willi Weber

Nach den schlechten Ergebnissen der deutschen Beiträge beim EurovisionSong Contest in den vergangen Jahren, setzt die ARD in diesem Jahr aufeine Casting-Show, um mit einem jungen Künstler internationalerfolgreicher abzuschneiden. Aus über 4500 Bewerbern setzte sich die18-jährige Schülerin Lena Mayer-Landrut durch, die nun versuchen wirdam 29. Mai eine gute Platzierung für Deutschland zu erreichen.

Als Konsequenz des katastrophalen Abschneidens des letztjährigen deutschen Beitrags "Miss Kiss Kiss Bang" von Alex Swings, Oscar Sings! beim Eurovision Song Contest in Moskau (Platz 20) entschloss sich die ARD in diesem Jahr ein neues Konzept für den deutschen Vorentscheid anzuwenden. So wurde im Sommer letzten Jahres bekannt gegeben, dass der deutschen Teilnehmer für das Jahr 2010 in einer Kooperation der ARD mit dem Privatsender ProSieben gesucht werden sollte.

In dieser erstmaligen Zusammenarbeit eines öffentlich-rechtlichen Senders mit einem Privatsender sollte unter der Federführung von Stefan Raab "Unser Star für Oslo", der Deutschland am 29. Mai beim Eurovision Song Contest in der norwegischen Hauptstadt vertritt, gefunden werden.

Aus über 4500 Bewerbern wurden im vergangen Herbst die besten 20 ausgewählt. Diese traten im Februar und März innerhalb von sechs Wochen in insgesamt acht Shows gegeneinander an. Hierbei präsentierten die Kandidaten meist Coversongs, wobei sich jedoch einige Kandidaten auch wagten selbst geschriebene Songs zu singen.

Moderiert wurden alle Sendungen von Sabine Heinrich und Matthias Optenhövel, während Stefan Raab als Jurypräsident mit zwei prominenten Gastjuroren die Auftritte bewertete. Die Entscheidung, wer eine Runde weiterkam, lag jedoch stets in den Händen der Fernsehzuschauer.

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Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab

Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab

Lena galt von Anfang an als eine Favoritin

Bereits nach den ersten beiden Sendungen war für 10 der 20 Kandidaten Schluss. In den nächsten Shows schieden jeweils die Kandidaten, die die wenigsten Anrufe der Fernsehzuschauer erhielten, aus. Neben Lena Meyer-Landrut wurde Christian Durstewitz schon nach dem ersten Auftritt als Topfavorit gehandelt. Beide hoben sich vom restlichen Startfeld durch ihre individuellen Eigenarten ab. Es wurde schnell deutlich, dass neben Stefan Raab auch das Publikum von ihnen begeistert war.

Im Halbfinale schied Christian Durstewitz jedoch aus, so dass statt ihm Jennifer Braun zusammen mit Lena Mayer-Landrut ins Finale einzog. Somit stand bereits zu diesem Zeitpunkt fest,  "Unser Star für Oslo" wird weiblich, 18 Jahre jung und lange schwarze Haare haben denn diese Eigenschaften trafen auf beide Finalistinnen zu.

Im großen Finale am 12. März präsentierten Jennifer Braun und Lena Meyer-Landrut je drei Lieder. Dabei traten beide mit jeweils eigenen Versionen der Songs "Bee" und "Satellite" auf. Zudem durften beide Finalisten für sich einen eigenen Song aussuchen. Hierbei entschied sich Jennifer Braun für den von Max Mutzke mitkomponierten Song "I care for you", während Lena das von ihr zusammen mit Stefan Raab geschriebene "Love me" auswählte.

In einer ersten Abstimmungsrunde wählte das Publikum für beide Kandidaten ein Lied aus, so dass in einer zweiten Abstimmungsrunde darüber abgestimmt wurde, wer Deutschland in Oslo vertreten sollte. Dabei entschieden sich die Fernsehzuschauer für Lena Mayer-Landrut, die sich mit "Satellite" gegen Jennifer Brauns "I care for you" durchsetzte.

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Moderator Matthias Opdenhövel, Stefan Raab und Moderatorin Sabine

Moderator Matthias Opdenhövel, Stefan Raab und Moderatorin Sabine

Erfolge auf allen Seiten

Bereits am Tag nach dem Finale nahm Lena Mayer-Landruts "Satellites" die Spitzenposition der itunes-Charts ein. Auf Platz zwei und drei folgten ihre in der deutschen Vorausscheidung gesungen Songs "Love me" und "Bee".  Somit kann auch mit einer guten Platzierung des deutschen Eurovision-Beitrags in den offiziellen Single-Charts gerechnet werden. 

Auch die ARD freut sich über gute Einschaltquoten, da das Finale von "Unser Star für Oslo" von durchschnittlich 4,5 Millionen Zuschauern verfolgt wurde.

In der Presse ist eine fast durchgehend positive Resonanz auf das Chastingshow zu lesen. Insgesamt überzeugte das Format durch die hohe Qualität der ausgewählten Kandidaten, die allesamt bewiesen, dass sie singen konnten. Es wurde sehr deutlich, dass es in der Show darum geht junge Kandidaten zu ermutigen.

Deshalb wirkten die einzelnen Sendungen im Gegensatz zu "Deutschland sucht den Superstar" teilweise etwas langweilig, da die Jurymitglieder hier keine fiesen Sprüche losließen, sondern eher auf Schmusekurs mit den Teilnehmern waren.

Als auffällig an der Show erwies sich, dass sich bis auf einen Kandidaten keiner an deutschsprachige Songs herangetraut hat. So war es auch nicht verwunderlich, aber vielleicht doch etwas schade, dass im Finale nur englischsprachige Songs zur Auswahl standen.

Nach dem Gewinn der deutschen Vorausscheidung steht nun für Lena der noch viel anstrengende Job an, auch in Oslo eine gute Show zu liefern und die Herzen der europäischen Zuschauer zu gewinnen.

Dabei muss sie sich am 29. Mai mit 24 anderen Finalisten messen lassen und versuchen dafür zu sorgen, dass es am Ende des Abends möglichst oft "Germany 12 Points" heißt.

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Weitere Quellen: NDR/ProSieben/Willi Weber