Wenig reden, gut singen?

Redaktion Von Redaktion

Bon Jovi sind wieder da. Nach ihrer Europatournee im letzten Jahr melden sie sich nun mit ihrem neuen Album "Lost Highway" zurück und die Journalisten schreiben sich wund. Hält das Album dem Medienhype stand?

Wer schon einmal auf einem Konzert von Bon Jovi war, der weiß, wie individuell diese Band sein kann. Man muss Glück haben mit seinen Karten. Es gibt nicht immer eine Zugabe, die Setlist ist bei jedem Konzert anders. Bon Jovi reden nicht viel, es reiht sich Song an Song, alte Klassiker wie "One Wild Night" oder "Bed Of Roses", neuere Ware wie "Its My Life" und alle singen mit. Bon Jovi füllen Stadien und können singen - und wenn sie einen guten Tag haben, dann wird es auch ein gutes Konzert.

Ein wenig ist das auch mit dem neuen Album so. Leadsänger Jon Bon redet nicht viel darüber, aber die Journalisten schreiben sich die Finger wund. Die Band wurde medial begraben, dabei hat sie nur etwas getan, was jede Band tun sollte: sich mal auf neue Klänge einlassen. Bon Jovi klingen ein wenig mehr nach Country-Rock, aber wirklich nur ein wenig. Und einmal ehrlich: Waren Bon Jovi je eine Hard-Rock-Band? Der Country-Einschlag tut gut.

Ansonsten ist das Album eine Anreihung typischer Bon-Jovi-Klänge, Ohrwürmer wie die aktuelle Single "Make A Memory" gibt es ebenso wie Gute-Laune-Rocksongs ("We Got It Going On"). Insofern ist es fast ein bisschen schade, dass nach soviel Hype um das zehnte Studioalbum nicht mehr herausgekommen ist. Die Bewertungen in den einschlägigen Shoppingportalen sehen das genauso. Immer wieder werden ein paar Songs als herausragend dargestellt (z.B. "Whole Lot Of Living") und tatsächlich sind sie das auch, jedoch der Rest ist Füllmaterial. Das ist zwar schade, aber wer die Band seit Jahren verfolgt, weiß, dass es schon immer so war.

Und genau dies spiegeln auch die Setlists auf den Konzerten wieder. Es sind dann doch immer die gleichen Songs, die gespielt werden, sie sind lediglich anders angeordnet. Vielleicht reden Bon Jovi deswegen so wenig währenddessen. Was sollen sie auch sagen? Die Fans zahlen dennoch 60 Euro für die Karte.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Bilder: bonjovi.de