Nachdem ich in meinen letzten Artikeln auf so ziemlich alle konventionellen Methoden der Pickelbekämpfung eingegangen bin, möchte ich hiermit sozusagen zur "letzten Instanz” greifen. Der Gang zum Dermatologen ...

Nachdem ich in meinen letzten Artikeln auf so ziemlich alle konventionellen Methoden der Pickelbekämpfung eingegangen bin, möchte ich hiermit sozusagen zur "letzten Instanz greifen. Der Gang zum Dermatologen und die medikamentöse Behandlung. |n

An dieser Stelle sei erwähnt, dass konventionelle Methoden (Kosmetik, kosmetische Behandlungen etc.) bei einer AKNE entschieden unzureichend sind. Akne ist eine Hauterkrankung. Wer hier und da ein paar Mitesser und Pickel (oder auch ein paar mehr) hat, der hat eine "unreine Haut aber noch lange keine AKNE. Moment, damit wir uns jetzt nicht falsch verstehen: Selbstverständlich ist gerade bei einer aknösen Haut die sorgfältige Pflege unerlässlich (Reinigung, Peeling, Creme usw.), aber man kommt damit nicht ans Ziel. Da müssen in den meisten Fällen zusätzlich noch etwas schwerere Geschütze aufgefahren werden. Fakt ist wer eine Akne hat, gehört zum Arzt, denn es ist - wie schon gesagt - eine Erkrankung.

Wie bei unreiner Haut, gibt es auch für Akne viele verschiedene Ursachen. Hormonelle Schwankungen, bakterielle Infektionen und vor allen Dingen psychische Faktoren sind nur wenige davon. Wichtig ist, dass der Sache auf den Grund gegangen wird. Es besteht natürlich AUCH die Möglichkeit, dass es keine "normale Form der Akne ist, sondern GANZ andere Ursachen hat, wie z.B. die Chlor-Phenol-Akne usw. Die wichtigsten Beispiele dazu hier.

Eine große Rolle spielt auch die Wahl des Arztes. Geht immer zu einem möglichst jungen Arzt. Ältere Ärzte sind oft lange Zeit in ihrem Beruf und verschreiben die gleichen Medikamente wie vor 30 Jahren, ohne zu wissen, dass es bereits Besseres gibt. Dermatologen sind eigentlich meistens ziemlich beschissen was man ihnen auch gar nicht verdenken kann. Bis noch vor wenigen Jahren stand in den Lehrbüchern der Dermatologen: "Es reicht, die Haut mit Vaseline zu pflegen. Heute weiß man, dass das völliger Blödsinn ist. Junge Ärzte haben den Vorteil, dass sie frisch von der Uni und auf dem neuesten Stand sind. Das Argument mit der langen Berufserfahrung (und deswegen muss ers ja wissen) zieht irgendwie bei Dermatologen nicht so sehr.

So, gesagt getan. Ihr habt nun also einen Dermatologen gefunden. Was kann der gegen Eure Akne tun? Er wird euch sicherlich erstmal etwas verschreiben. Hier nun eine kurze Übersicht der gängigsten Medikamente/Präparate:

Antibiotika (Tetracycline (z.B. Doxycyclin) od. Erythromycin)
Antibiotika sind während der Einnahme sehr wirksam gegen Akne. Sie gehen gegen die Bakterien vor, durch die Akne ausgelöst wird (Propioni aknes). Nach Absetzen des Antibiotikums wird es aber oftmals wieder schlimmer. Antibiotika dürfen nicht zu oft eingenommen werden, da sich sonst Resistenzen seitens der Bakterien gegenüber der Antiobiotika bilden, was dann gefährlich werden kann, wenn eine andere Entzündung im Körper ist, die Antibiotika aber nicht mehr anschlagen. Nicht selten ist Pilzbefall die Folge eines Antibiotikums. Auch bleibt zu erwähnen, dass während und auch einige Zeit nach der Einnahme eines Antibiotikums Sonne und Sonnenbank VÖLLIG verboten sind, da sonst sog. phototoxische Reaktionen ausgelöst werden können (Verbrennungen, Quaddeln, Pigmentstörungen etc.).

Außer den Antibiotika zum Einnehmen, gibt es auch noch äußerlich angewandte Antibiotika. Sehr beliebt bespielsweise "Aknemycin. Eine erythromycinhaltige Salbe. Eigentlich ist da nichts drin außer Fett (Vaseline) und ein bisschen Erythromycin. Ein sehr gutes Beispiel für das sog. "Reparaturdienstverhalten von Ärzten. Es gibt ein Problem: Bakterien! Lösung: Erythromycinsalbe! Ohne auf die Folgen zu achten, die durch die Lösung dieses Problems entstehen, wird einfach mal an einer Stelle bekämpft und das ist halt echt schlecht. Erythromycin gegen Bakterien super Idee! Aber: Fettbasis einer Creme bei einer ohnehin schon viel zu fettigen Haut (mitunter Grund der Akne) ist das Schlechteste, was man sich vorstellen kann! Ist es (Erythrom.) in einer Lösung (ähnlich wie Gesichtswasser) sieht es dann schon etwas besser aus.

Schälpräparate (Benzoylperoxid, Retinoide etc.)
Solche hautschälenden Präparate wirken im Prinzip wie sehr intensive Peelings. Die Wirkungsweise von Peelings habe ich ja bereits in einem meiner vorherigen Artikel beschrieben (Überverhornung wird beseitigt, überschüssiger Talg kann besser abfließen usw.). Der Vorteil ist, dass keine Resistenzen entstehen, und die Wirkung an sich immer gleichbleibend ist. Jedoch geht mit diesen Produkten meist eine sehr starke Hautreizung einher. Die Haut wird extrem rot, trocken und schuppt. Dann frage ich mich: Was ist eigentlich schlimmer? Pickel oder extrem rote und schuppende Flecken im Gesicht? Meiner Ansicht nach müssen diese Präparate mit großer Vorsicht genossen werden, und sollten höchstens hin und wieder ergänzend angewandt werden. Wer solche Schälpräps einzig und allein als Stein der Weisen ansieht, kommt eigentlich vom Regen, unter Umgehung der Traufe, direkt in die Scheiße.


Isotretinoin (Roaccutan)
Isotretinoin ist seit langen Jahren das wohl nach wie vor wirksamste Medikament gegen Akne. Zum einen drückt es die Entzündung runter, zum anderen lässt es auch die Talgdrüsen und somit deren Produktion schrumpfen. In Anbetracht der Tatsache, dass Akne fast immer mit überhöhter Talgproduktion einher geht, auch ein sehr guter Ansatz. Jedoch bleibt zu sagen, dass Isotretinoin erhebliche Nebenwirkungen aufweisen kann. Extrem trockene Lippen, Hautschuppung und -trockenheit sind immer mit im Spiel, Durchfall oft, selten sogar Haarausfall bis hin zu Blindheit, und auch Depressionen mit Suizid. Ein seriöser Dermatologe wird Euch allerdings nur bei einer sehr schweren Akne (z.B. Akne conglobata) auch Isotretinoin verschreiben und das sind meist Fälle, bei denen sowieso nichts anderes mehr hilft.

Neuerdings geht man dazu über, Isotretinoin "Low-Dose zu verabreichen. Sprich, man dosiert es deutlich niedriger als bisher, jedoch über einen wesentlich längeren Zeitraum. Dies soll nach neuesten Studien sowohl bessere Erfolge, als auch praktisch keine Nebenwirkungen mit sich bringen. Euer Arzt sollte Euch auf jeden Fall über sämtliche Risiken und Vorteile einer Isotretinoin-Therapie aufklären, und wirklich ausführlich alles mit Euch besprechen.

Soweit zu den wichtigsten und gängigsten Methoden der Schulmedizin. Jedoch sollten wie gesagt auch psychische Faktoren keinesfalls außer Acht gelassen werden. Vielleicht bringt ein Gang zum Psychologen 100mal mehr als der zum Dermatologen! Schließlich ist die Haut unser größtes Organ und der Spiegel unserer Seele.

Hmm, ich frag mich die ganze Zeit, ob ich noch etwas vergessen habe aber ich glaube nicht. Ich werde hiermit nun, wie oben angekündigt, zum Ende des leidigen Pickel-Themas kommen, auch wenn ich noch mehrere Jahre darüber schreiben könnte. Beim nächsten Mal werde ich in einer Zusammenfassung wohl mehrere kurze Themen behandeln, die noch ein wenig auch in die Pickel-Problematik reinspielen, aber nicht ausschließlich (Stresshormone, die Notwendigkeit von Gesichtswasser und Creme usw.).

Bleibt zum Schluss noch zu erwähnen, dass ich auch von allzu viel "Ärzte-hopping und ständigem Wechseln der Präparate/Medikamente nur abraten kann. Ein guter Arzt wird Euch aber sagen, dass Ihr geduldig sein müsst. Dazu lese man meinen Artikel über das "Mixed Solution Syndrome mit Medikamenten kann das noch schlimmer sein! Und macht nicht so viel auf eigene Faust, wurstelt nicht zu sehr an Euch und Eurer Akne rum es gibt Fachleute, denen man das überlassen sollte!

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