Basiswissen

Patrick Fina Von Patrick Fina

Was bedeutet HIV? Was ist Aids? Wo genau ist der Unterschied? Fragen, die noch viel zu viele junge Menschen plagen. dbna verrät dir, was im Körper nach der Infektion geschieht, und wie es schließlich zum Ausbruch der Krankheit kommt.

HIV und Aids die ganze Welt redet davon. Und nur die wenigsten wissen, was das überhaupt ist. Im Zuge der Aids-Info-Woche klärt dbna dich über die Tücken der schweren Krankheit auf. Denn nur wer weiß, wie man sich am besten vor dem hartnäckigen Virus schützt, versteht die Spielregeln. Und an diese sollte man sich immer halten nicht nur beim Sex.

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Was ist HIV?

HIV ist die Abkürzung für "Human Immunodeficiency Virus" was im Deutschen so viel wie "menschliches Immunschwäche-Virus" heißt. Wie jedes andere Virus auch, hat HIV keinen eigenen Stoffwechsel. Daher braucht es menschliche Zellen um sich vermehren zu können, so genannte Wirtszellen, in die sie eindringen und durch "umprogrammieren" zur Produktion neuer Viren zu zwingen. Die Bezeichnung "Immunschwäche-Virus" weist bereits darauf hin, was HIV im menschlichen Körper anrichtet. Es schädigt das Immunsystem so sehr, dass es hilflos jeglichen Krankheitserregern ausgesetzt ist. Wenn das Immunsystem nicht richtig arbeitet, können auch ansonsten harmlose Infektionen schwere, sogar lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen. Man nennt sie "opportunistische Infektionen", weil sie "die günstigste Gelegenheit" nämlich die Schwäche des Immunsystems nutzen, um sich zu vermehren. Sobald opportunistische Infektionen vorhanden sind, spricht man vom Krankheitsbild AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome).


Wie stecke ich mich an?

Das HI-Virus wird vor allem beim Sex durch infiziertes Sperma oder Blut übertragen. Den Hauptinfektionsweg bildet vor allem bei homosexuellen Menschen der ungeschützte Analverkehr. Aber auch Oralverkehr ohne Gummi und das Aufnehmen oder Schlucken von Sperma stellt ein Risiko dar, das keinesfalls unterschätzt werden darf! Auch das Teilen von Nadeln bei Drogenabhängigen beinhaltet ein großes Risiko der Infektion. Weiterhin kann das Virus durch offene, blutende Wunden übertragen werden. Auch das sollte man nicht unterschätzen. Um einer Ansteckung vorzubeugen, sollte man unbedingt niemals ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Doch selbst wer diese Spielregel beachtet, ist nicht hundertprozentig vor dem Virus geschützt. Mehr dazu erfährst du in dem Artikel "Safer Sex", der auch innerhalb der Aids-Info-Woche veröffentlicht wird.

Die Stadien der HIV-Infektion

Die HIV-Infektion verläuft wie jede andere Erkrankung auch bei jedem Menschen anders. Dennoch kann man den Verlauf zwischen Infektion und Ausbruch der opportunistischen Infektionen ganz grob in vier Stadien einteilen. Etwa zwei bis drei Wochen nach Ansteckung können Beschwerden auftreten, die einer Grippe ähneln: Fieber, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Schluckbeschwerden und Mandel- und Lymphknotenschwellungen. Oft verschwinden diese Beschwerden allerdings nach wenigen Tagen wieder. Diesen Abschnitt der HIV-Infektion bezeichnet man als "akute HIV-Infektion" oder auch "primäre HIV-Infektion". Manchmal verläuft dieses erste Stadium aber auch "klinisch stumm", also ohne deutlich erkennbare Symptome. Während der Phase der akuten Infektion erkennt das Immunsystem den Eindringling und beginnt Antikörper zu produzieren, die sich ab der 12. Woche nach Ansteckung mit dem HIV-Test nachweisen lassen können.

Im "symptomfreien Stadium" gelingt es dem Immunsystem eine Art Gleichgewicht zwischen Virenvermehrung und Virenabwehr herzustellen. Wie der Körper dieses Gleichgewicht herstellt, ist noch nicht vollständig erforscht. Fakt ist allerdings, dass das Gleichgewicht ohne Therapie zwischen fünf und zehn Jahre stabil bleibt. Wie lange diese Stabilität anhält, hängt von der Fähigkeit des Immunsystems HIV zu bekämpfen, der genetischen Ausstattung, dem Lebensalter, sowie von der Ernährung, den allgemeinen Lebensumständen, und eventuellen Vor- und Begleiterkrankungen ab. Während dieser stillen Phase bemerkten infizierte Menschen kaum etwas von ihrer Infektion.

Dennoch gelingt es dem Virus das Immunsystem deutlich zu schwächen, und während des "symptomatischen Stadiums" treten viele Infektionskrankheiten auf. Diese sind aber in den allermeisten Fällen (noch) nicht lebensbedrohlich. Häufige Symptome sind Nachtschweiß, Fieberschübe und häufige Pilzerkrankungen.

Das letzte Stadium der Erkrankung ist das sogenannte "AIDS-Vollbild". Opportunistische Infektionen treten auf, Tumoren bilden sich, und das Virus bewirkt direkte Schädigungen an Nerven und im Gehirn.

Ein Medikament, das eine vollständige Heilung verspricht, ist leider noch nicht gefunden. In ganz besonderen Ausnahmefällen gibt es auch die Möglichkeit, mit den heutigen Medikamenten unter strenger ärztlicher Kontrolle die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nach einem nachgewiesenen Risikokontakt zu verringern. Diese sogenannte "Postexpositionsprophylaxe" muss sehr schnell begonnen werden. Such in einem solchen Notfall unbedingt schnellstens einen Arzt zwecks Beratung auf! Mehr zur Postexpositionsprophylaxe erfährst du in dem Artikel "Safer Sex".  Eine Impfung gegen HIV gibt es leider nicht. Der Schutz liegt also ganz allein in deinen Händen! Denn einmal infiziert, kann man den Virus leider nicht mehr aufhalten. Safer Sex sollte also für jeden die absolute Selbstverständlichkeit sein! Und das darfst du niemals vergessen: Play Safe!

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Weitere Quellen: aidshilfe.de