Der HIV-Test

Patrick Fina Von Patrick Fina

Um Gewissheit über eine Infektion zu erhalten, muss man einen HIV-Test machen. Nur auf diese Art kann man den Virus im Körper nachweisen und feststellen, ob man HIV-positiv oder HIV-negativ ist. Aber wie sieht ein solcher HIV-Test aus?

Es ist sicherlich nicht leicht diesen Schritt zum Arzt zu wagen. Erst recht nicht, wenn man vorher noch nie getestet worden ist. Doch selbst für diejenigen, die schon einmal einen Test gemacht haben, ist das Warten auf das Ergebnis eine quälende Zeit der Ungewissheit. Der HIV-Test treibt vielen schon alleine beim Gedanken daran den Angstschweiß auf die Stirn. Aber es gibt nun einmal keine andere Variante, eine zuverlässige Aussage darüber zu erhalten, ob man HIV-positiv oder HIV-negativ ist.

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Die heute üblichen Testverfahren suchen entweder nach HIV-Antikörpern im Blut (der sogenannte Antikörpertest) oder direkt nach dem Virus (Virennachweis). Die Ergebnisse geben keinen Aufschluss darüber, zu welchem Zeitpunkt sich jemand infiziert hat. Bevor es aber überhaupt zu einem solchen Test kommen kann, muss sich das Virus einigermaßen im menschlichen Körper etablieren, sodass das Immunsystem Antikörper bildet. Das dauert in der Regel zwölf Wochen.

Mit dem Test ist grundsätzlich sehr verantwortungsvoll umzugehen. Deshalb darf niemand ohne sein ausdrückliches Einverständnis getestet werden. Zwangstest oder stillschweigend durchgeführte Test, zum Beispiel bei Untersuchungen im Krankenhaus, sind rechtlich unzulässig und können als Verletzung des Persönlichkeitsrechts als Körperverletzung geahndet werden.

Bevor du dich testen lässt, sollte immer ein Beratungsgespräch mit einem Arzt stattfinden. Der wird dir den Test noch einmal genau erklären, und auf eventuelle Fragen oder Ängste eingehen. Wenn du dich ausdrücklich als einverstanden erklärt hast, wird dir der Arzt eine Blutprobe entnehmen. Die wird in ein Labor eingeschickt und dort auf HI-Viren, beziehungsweise Antikörper getestet. Dieser Test dauert wenige Tage.

Dann werden die Testergebnisse zurück an den Arzt geschickt, der die Probe in Auftrag gegeben hat. Hat man in der Probe HI-Viren gefunden, redet man von einem "positiven" Ergebnis. Die Person ist HIV-positiv. Werden keine Spuren des Virus gefunden, redet man von einem "negativen" Ergebnis die Person ist HIV-negativ. Jetzt lädt der Arzt dich zu einem weiteren persönlichen Gespräch ein egal ob positiv- oder negativ getestet - denn er darf dir das Ergebnis nicht brieflich oder telefonisch mitteilen.

Die Mitteilung deines Testergebnisses muss mit einem ausführlichen Beratungsgespräch verbunden sein! Falls dein Ergebnis positiv ausfallen sollte, wird dein Arzt dich über die Behandlungsmöglichkeiten aufklären, und dir Kontaktadressen geben, die dir weiterhelfen werden.

Die meisten Testverfahren gehören seit 1999 zum Katalog vertragsärztlicher Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenkasse muss die Kosten allerdings nur dann übernehmen, wenn Krankheitsteichen auf eine HIV-Infektion hindeuten. Bei vielen Gesundheitsämtern wird der Antikörpertest anonym (ohne Angabe des Namens) und kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr durchgeführt.

Besonders bei häufig wechselndem Geschlechtspartner solltest du ernsthaft darüber nachdenken, dich regelmäßig testen zu lassen. Je nachdem wie oft du deinen Partner wechselst empfiehlt sich sogar ein HIV-Test pro Quartal. Und auch hier kann man wieder erwähnen, dass du niemals vergessen solltest nur geschützten Sex zu haben.

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Weitere Quellen: aidshilfe.de