HIV-Test für die Mittagspause

Falk Steinborn Von Falk Steinborn

Ein paar Tropfen Blut abgeben, etwas warten und schon hat man Gewissheit über den eigenen HIV-Status. Was für die herkömlichen Testverfahren utopisch klingt, macht ein HIV-Schnelltest möglich. Videoreporter Falk hat einen solchen selbst ausprobiert.

Das KCR Dortmund bietet als erstes Lesben- und Schwulenzentrum einen kostenlosen HIV-Schnelltest in Deutschland an. In nur 20 Minuten erfährt die zu testende Person, ob sie HIV-positiv oder negativ ist. Dazu braucht es lediglich ein paar Tropfen Blut. Ähnlich wie bei einem Diabetestest können diese aus der Fingerspitze durch einen kurzen Pieks entnommen werden. Anschließend kommt das Blut mit einer Entwicklerlösung auf einen Teststreifen. Dieser ähnelt einem Schwangerschaftstest und liegt mit Anschaffungskosten von rund 5 Euro in der gleichen Preiskategorie.




Wenig Zeit und wenig Blut

Gegenüber den bisherigen HIV-Testverfahren bietet der Schnelltest zwei wesentliche Vorteile: Da das Testergebnis in nur 20 Minuten vorliegt, kann man sehr schnell Gewissheit über den eigenen Infektionsstatus erlangen. Bisher galt in der Regel eine Dauer von einer Woche eine Zeit der Ungewissheit, die durchaus an die Substanz gehen kann. Außerdem ist der Schnelltest für alle geeignet, die Angst vor Blut und großen Nadelstichen haben. Denn statt eine durchschnittlich große Blutprobe abzugeben, reichen beim Schnelltest schon ein paar Tropfen aus dem Finger aus.

Nah an der Zielgruppe

Insgesamt ist der HIV-Schnelltest damit sehr unkompliziert. Er kann theoretisch an jedem beliebigen Ort von einem Arzt durchgeführt werden etwa in einem Lesben- und Schwulenzentrum. So lassen sich auch jene Menschen erreichen, die den Gang zum Gesundheitsamt oder zum Arzt scheuen. An szeneeigenen Orten hingegen ist die die Atmosphäre vertrauter und entspannter. Folglich ist die Hemmschwelle, einen solchen Test zu machen, abgebaut. Und das ist wichtig. Denn je früher eine Ansteckung mit dem HI-Virus erkannt wird, desto besser sind die Therapie-Möglichkeiten.

Ergebnis sicher, aber...

Um HIV-Schnelltests gab es in der Vergangenheit eine große Debatte, da die Verlässlichkeit dieser Test angezweifelt wurde. Mittlerweile gilt aber, dass ein negatives Testergebnis auch wirklich gültig ist. Nur im Falle eines positiven Tests muss noch einmal eine Laborprobe erfolgen. Dies ist aber auch bei den herkömmlichen Tests notwendig. Eine weitere Einschränkung ergibt sich aus der Testmethode. Da es sich bei dem Schnelltest um einen Antikörpertest handelt, kann er keine Aussage über die letzten 3 Monate vor dem Test treffen. Denn in dieser Zeit kann man sich zwar angesteckt haben, Antikörper müssen aber noch nicht im Blut vorhanden sein.

HIV-Schnelltests werden auch in anderen Einrichtungen durchgeführt, etwa dem Mann-O-Meter Berlin oder dem Checkpoint München. Dort kosten sie allerdings zwischen 15 und 25 Euro. Die nächsten HIV-Schnelltests bietet das KCR am 18. August zwischen 17 und 19 Uhr an.

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Weitere Quellen: istockphoto.com