Regelmäßigkeit nötig auch ohne Symptome

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Regelmäßigkeit nötig auch ohne Symptome
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Eine bedeutsame Studie des Robert-Koch-Institus zeigt, dass Schwule öfter als gedacht mit sexuell übertragbaren bakteriellen Krankheiten infiziert sind. Nicht selten verlaufen diese Infektionen ohne Symptome und bleiben deshalb unentdeckt.

Aus diesem Grund hat die Deutsche-Aids-Hilfe (DAH) eine Tabelle zum Turnus von Routinechecks erstellt.

"Bei vielen Männern liegen Infektionen mit Gonokokken (Tripper-Erreger) und Chlamydien im Enddarm vor", schreibt die DAH. Oft bleiben solche Infektionen unentdeckt.

Sexuell übertragbare Krankheiten erhöhen das HIV-Ansteckungsrisiko

Trotzdem bestehen Gefahren: Einerseits durch die Krankheit selbst, andererseits durch ein erhöhtes HIV-Ansteckungsrisiko: "Auch wenn diese Infektionen ohne Beschwerden verlaufen, können sie das Risiko einer HIV-Infizierung erheblich erhöhen." Das gleiche gelte auch für die Syphilis, "bei der sich zurzeit ein neuerlicher Anstieg abzeichnet."

Doch es gibt Möglichkeiten, sich vor solch einer Infektion zu schützen: Der Gebrauch von Kondomen sowie eine offene und ehrliche Kommunikation zwischen den Sexualpartner. Des Weiteren rät die DAH: "Wir empfehlen Schwulen, sich einmal jährlich untersuchen zu lassen inklusive Analabstrich." Männer mit mehr als zehn Sexualpartnern pro Jahr sollten alle sechs Monate eine solche Routine-Untersuchung durchführen lassen.

Studie zeigt: Keine zunehmende Sorglosigkeit in Bezug auf Safer Sex

Zudem zeigt die  EMIS (Europäische MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) Internet Studie)-, daß Alarmismus unnötig ist. Bei der EMIS wurden 180.000 schwule und bisexuelle Männer in ganz Europa befragt. Sie zeigt, dass drei Viertel der befragten Männer in den letzten 12 Monaten keinen Sex mit einem HIV-Übertragungsrisiko (hier definiert als ungeschützter Analverkehr mit einem Partner, dessen HIV-Status sie nicht kannten oder der ein anderes Testergebnis hatte als sie selbst) hatten. Diese Zahl belegt, dass das Safer-Sex-Verhalten also offenbar weiterhin stabil ist.

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Doch die EWIS-Studie offenbart auch unerfreuliche Zahlen: Nur 28% der deutschen Befragten machten einen Check auf sexuell übertragbare Infektionen (Sexually transmitted Infections, STI). Nur bei etwa jeder fünften Untersuchung wurden dabei auch Penis und Anus in Augenschein genommen. Bluttests zeigen zwar eine eventuelle Infektion mit HI-Viren oder Syphillis, "aber um Feigwaren, analen Tripper oder Chlamydien aufzuspüren, muss man schon hinschauen und gegebenenfalls einen analen Abstrich machen.", schreibt der Blog der Ich-weiß-was-ich-tu-Kampagne.

Dazu unerlässlich ist ein kompetenter Arzt, dem man vertraut und mit dem man offen reden kann gerade wenn es um sexuell übertragbare Krankheiten geht.

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