Schwul geboren?

Redaktion Von Redaktion

Seit geraumer Zeit beschäftigt viele Menschen die Frage, woher die Homosexualität kommt. Die Einen sind überzeugt, dass Schwul- oder Lesbischsein eine Frage der Gene ist. Demzufolge stünde also die Sexualität eines Menschen schon vor dessen Geburt fest. Die Anderen sehen die Ursachen in der Umwelt und Kultur ...

Seit geraumer Zeit beschäftigt viele Menschen die Frage, woher die Homosexualität kommt. Die Einen sind überzeugt, dass Schwul- oder Lesbischsein eine Frage der Gene ist. Demzufolge stünde also die Sexualität eines Menschen schon vor dessen Geburt fest. Die Anderen sehen die Ursachen in der Umwelt und Kultur. Folgt man dieser Auffassung, wird ein Mensch also erst durch Sozialisation und durch Einflüsse von außen schwul oder lesbisch.

Untersuchungen ergaben, dass der eineiige Zwillingsbruder eines Schwulen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit (annähernd 100 Prozent) ebenfalls schwul war. Eins zu Null für die Genetiker. Bei einer späteren Studie lag die Wahrscheinlichkeit für Doppel-Homosexualität nur noch bei 50 Prozent. Erklärungsnot.

Im Jahr 1993 schien es fast, als hätte man endgültig den Zusammenhang zwischen Genen und Sexualverhalten entdeckt. Dean Hamer, ein amerikanischer Wissenschaftler, behauptete, er habe einen Bereich auf dem X-Chromosom entdeckt, der mit männlicher Homosexualität korreliere. Allerdings ging in der folgenden Diskussion unter, dass Hamer nicht etwa ein "Schwulen-Gen" entdeckt hatte, sondern lediglich einen genetischen Marker auf dem X-Chromosom, bei dessen Auftreten Homosexualität etwas wahrscheinlicher vorkäme.

Hamer selbst betonte kurze Zeit später, dass Homosexualität sicher nicht allein biologische Wurzeln habe. Ganz andere Ergebnisse als die Untersuchung von Hamer lieferte eine Studie aus dem Jahr 1999: es konnte die keinerlei Verbindung von Chromosomen und Homosexualität entdeckt werden.

Ob es nun die Liebe zum eigenen Geschlecht ist, die Neigung zu vermehrtem Alkohol-Konsum oder eine besonders hohe Gewaltbereitschaft - bei wissenschaftlichen Untersuchungen konnte ein solches Verhalten niemals allein auf die Erbanlagen eines Menschen zurück geführt werden. Vielmehr steht fest: Ein Mensch wird durch seine Gene und durch seine Umwelt beeinflusst. Ist das wirklich so erstaunlich?

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Weitere Quellen: pm-online.de