Syphilis auf dem Vormarsch

Patrick Fina Von Patrick Fina

Auch wenn man lange Zeit glaubte, Geschlechtskrankheiten unter Kontrolle zu haben, ist dieses Thema aktuell wie nie zuvor. Das Robert Koch Institut in Berlin veröffentlichte jetzt neue, erschreckende Zahlen. Besonders bei Schwulen gibt es viele Neuinfektionen!

Dass es Geschlechtskrankheiten gibt, weiß jeder. Und trotzdem kennt kaum jemand die Auswirkungen, und oftmals wird die Gefahr, die durch diese unangenehmen Weggefährten ausgeht, verkannt. Kein Wunder, schließlich glaubte man lange Zeit, dass man die Geschlechtskrankheiten besieht hätte. Das ist aber nicht der Fall, und die daraus resultierende Leichtsinnigkeit macht sich jetzt bemerkbar. Denn Syphilis ist in Deutschland auf dem Vormarsch, und zwar ganz gehörig. Laut dem Berliner Robert Koch Institut (RKI) gab es in Deutschland im Jahr 2004 insgesamt 3.345 neue Infektionen. Das ist gegenüber dem Jahr zuvor eine Steigerung um mehr als 400 Fälle. Das sind ganze 14 Prozent!

Besonders Schwule scheinen gefährdet zu sein: wie das RKI berichtet, sei die Zahl der Erkrankungen nach sexuellen Kontakten zwischen Männern am höchsten. Aber auch die Syphilis-Fälle bei Heterosexellen habe zugenommen. Das RKI führt dies auf eine "Globalisierung der Prostitution" zurück. Was soll das denn bitte sein? "Ein steigender Anteil aus dem Ausland stammender Sexarbeiterinnen mit schlechtem Zugang zum medizinischen Versorgungssystem und geringeren Durchsetzungsmöglichkeiten gegenüber den Wünschen ihrer Freier nach ungeschütztem Verkehr scheint bei dieser Zunahme eine wichtige Rolle zu spielen," stellte das RKI fest.

Bemerkenswert findet das RKI den hohen Anteil wiederholter Infektionen bei homosexuellen Männern. In besonders betroffenen Großstädten sei 2004 jede vierte Syphilis-Erkrankung bei Schwulen eine Re-Infektion gewesen. Ein Indiz für eine "relativ intensive Zirkulation des Erregers unter Homosexuellen". Dabei hat das RKI bereits im vergangenen Jahr eine Aufklärungskampagne im Internet konzipiert. Dort wird darüber informiert, dass die Syphilis nicht unmittelbar auffällige Symptome verursache und medizinisch gut behandelbar sei. Wer Haut- oder Schleimhautveränderungen an sich feststellt, der sollte schleunigst einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen. Und ungeschützter Sex sollte generell ein großes Tabu sein. Denn die schützen nicht nur vor der Übertragung des tödlichen HI-Virus, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten wie Syphilis. Nur mit einem Kondom kann das Ansteckungsrisiko gemindert werden. Eine Spielregel solltest du dir also unbedingt notieren: Play Safe!

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Weitere Quellen: stern.de