15 Jahre LSVD

Redaktion Von Redaktion

Am 18.2.1990 wurde in Leipzig der "Schwulenverband in der DDR" (SVD)gegründet und in den 15 Jahren seiner Existenz hat der seit 1999 inLSVD umbenannte Verband gerade auf politischer Ebene viel bewirkt. Wirhaben uns die Geschichte des LSVD ein wenig genauer angesehen. 

Am 18.2.1990 wurde in Leipzig der "Schwulenverband in der DDR" (SVD)gegründet. Im Zuge der ostdeutschen Bürgerrechtsbewegung gegen dasSED-Regime war ein Bündnis von einigen Schwulenrechtlern entstanden.Nur ein paar Monate später kamen auch westdeutsche Vorkämpfer hinzu,seither ist der Verband bundesweit aktiv.

Bereits 1992 erregte der SVD mit seiner "Aktion Standesamt" erstmalsAufsehen, als 250 schwule und lesbische Paare bundesweit beiStandesämtern das Aufgebot zum Zwecke der Eheschließung beantragten.Knapp ein Jahrzehnt später wurde auch dank der beharrlichenLobbyarbeit des Schwulenverbandes das Gesetz zur EingetragenenLebenspartnerschaft im Bundestag verabschiedet. Was 1992 noch alsUtopie galt, ist heute ganz selbstverständlich möglich: EineVerpartnerung vor einem staatlichen Standesamt. Auch wenn dieLebenspartnerschaft der heterosexuellen Ehe (noch) nicht völliggleichgesetzt ist, haben homosexuelle Lebensgemeinschaften erheblichmehr Rechte als bisher erhalten.

In den 90er-Jahren setzte sich der SVD weiter für Schwule ein. Sowerden in mehreren deutschen Großstädten "schwule Überfalltelefone"eingerichtet, aufgrund des politischen Druckes § 175 StGB aufgehobenund die Antidiskriminierung vorangetrieben. Mit SVD-Sprecher VolkerBeck wird erstmals in der Geschichte des § 175 ein Vertreter einerSchwulenorganisation als Sachverständiger zum Homosexuellen-Strafrechtim Parlament angehört.

Erst 1999 dehnte sich die Arbeit vom rein schwulen Bereich auch aufLesben aus. Nach einem Aufruf Ende 1998 "an alle Lesben, die sich einewirkungsvolle Politik für unsere Rechte auf Bundesebene wünschen",treten viele Lesben in den Verband ein. Im März 1999 beschließt derVerbandstag die Erweiterung zum "Lesben- und Schwulenverband inDeutschland". Programm, Satzung und Name werden ergänzt, im Vorstandsind nun Männer und Frauen vertreten. Seither trägt der Verband denNamen "LSVD".

Unter dem Motto "Liebe verdient Respekt" will die Interessenvertretungvon Schwulen und Lesben auch heute noch erreichen, dass Schwule undLesben ihre persönlichen Lebensentwürfe selbstbestimmt entwickelnkönnen - frei von rechtlichen und anderen Benachteiligungen, frei vonAnpassungsdruck an heterosexuelle Normen, frei von Anfeindungen undDiskriminierungen. Deshalb setzt sich der LSVD für rechtlicheGleichstellung auf allen Ebenen ein.

Wir danken und gratulieren!

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Weitere Quellen: LSVD.de