15 Jahre und kein Ende in Sicht

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
15 Jahre und kein Ende in Sicht
Thinkstock/GettyImages/Beth Hommel

Die eingetragene Lebenspartnerschaft feiert ihren 15. Geburtstag. Ist das ein Grund zu feiern? Irgendwie nicht. Sie müsste sich doch längst weiterentwickelt haben.

Alles Gute zum Geburtstag, liebe eingetragene Lebenspartnerschaft. Fünfzehn Kerzen stehen brennen auf deiner Geburtstagstorte. Denn am 16. Februar 2001 hat der damalige Bundespräsident Johannes Rau das Lebenspartnerschaftsgesetz unterzeichnet. 

Aus diesem Anlass wird einmal mehr der Ruf nach einer vollständigen Gleichstellung laut. Denn aus den zehn langen Silben könnte leicht eine einzige werden: Ehe. Doch die aktuelle Regierung verwehrt sich dem.

"Deutschland hinkt anderen Ländern hinterher"

Am Donnerstag disktutiert der Bundestag einmal mehr über die Ehe für Homosexuelle. Die Abgeordneten setzen sich mit dem Abschlussbericht zu Gesetzenwürfen der Grünen sowie der Linkspartei auseinander. Die ersten Ausschüsse haben die Initiativen jedoch sowieso schon abgelehnt.

2001 war Deutschland durchaus noch ein Vorreiter, was LGBTIQ*-Rechte anging. Als achtes Land in Europa wurde die Möglichkeit einer Verpartnerung eingeführt." Mittlerweile ist aus der Speerspitze die rote Laterne geworden und die Bundesrepublik Deutschland hinkt anderen Ländern, zuletzt Irland und den USA, hinterher", schreiben Elke Ferner und Ansgar Dittmar (beide SPD) in einer gemeinsamen Erklärung.

SPD knickt vor Union ein - immer wieder

Volker Beck, innenpolitischer Sprecher der Grünen, hatte damals das Lebenspartnerschaftsgesetz mit auf den Weg gebracht. Doch das Konstrukt sei nur eine "Übergangstechnologie", wie er sagt. "Nach 15 Jahren ist es endlich Zeit für die Ehe für alle", sagte Beck. "Und keine Sorge, liebe Konservative: Es ist genug Ehe für alle da."

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Doch ein Ende der Diskriminierung ist nicht in Sicht. Egal, wie oft die SPD ihre Solidarität bekundet und verspricht, auf den Koalitionspartner einzuwirken - sie knickt doch immer wieder vor CDU/CSU ein.

Mehrheit für Eheöffnung

Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) versprechen laut queer.de immerhin, dass "nicht noch einmal 15 Jahre vergehen werden, bis die völlige Angleichung geschafft sein wird".

Das bleibt zu hoffen. Denn die Mehrheit der Deutschen, sogar der Unions-Wähler, hat mittlerweile nichts mehr gegen die Ehe für Homosexuelle. Fast 70 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus.

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