2015: Das war's

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
2015: Das war's
flickr.com/Walter-Wilhelm

Der Sekt für Silvester ist schon kühl, da wollen wir doch noch einmal aufs vergangene Jahr zurückblicken: Wo hat sich die Welt verbessert? Wo ist die Lage für Schwule noch schwieriger geworden?

Die letzten Tage im Jahr 2015 sind gezählt. Bald verabschieden wir es, lassen die Sektkorken knallen, tanzen aus dem einen Jahr hinaus, ab ins nächste Jahr, um den 1.1. aber doch erst einmal mit Kater im Bett zu verbringen. Also irgendwie alles beim Alten. Doch statt in die Zukunft zu schauen, wollen wir auch einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Das Jahr hat ziemlich gut angefangen. Unsere eigentlich so spießig-konservativen Nachbarn, die uns seit Conchita Wurst und Homo-Ampeln auf dem Regenbogen-Highway davonfahren, dürfen jetzt auch noch Kinder adoptieren. Noch ein Punkt mehr für Österreich.

Deutschland leidet unter Muttis Bauchgefühl

Und dann kam im März auch noch die Meldung aus Slowenien, dass Schwule und Lesben dort heiraten und Kinder adoptieren dürfen. Sie bekommen also endlich die Rechte, die ihnen davor eine Mehrheit verwehrt hat. Und Deutschland fällt noch ein paar Plätze zurück, was LGBTIQ*-Freundlichkeit angeht. Aber, bitte nicht zu früh freuen: Am 20. Dezember haben die Slowenen jedoch gegen die eigentlich schon beschlossene Gleichstellung abgestimmt.

Ein Volksentscheid gegen Homo-Rechte? Das darf doch nicht wahr sein. Ein Schritt vor, zwei zurück. Wie es richtig geht, hat die grüne Insel bewiesen. Im Mai stimmten 62 Prozent der Iren für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle. Irland war damit das erste Land, in dem sich die gesamte Bevölkerung für LGBTIQ*-Rechte ausgesprochen hat. Und Deutschland? Das leidet unter Muttis Bauchgefühl.

Vieles ist besser geworden - doch es muss weitergehen

Nicht das ganze Volk, sondern fünf Richter waren es, die eine mindestens genauso historische Entscheidung vollbracht haben. Denn fünf gegen vier ging die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA aus. Ende Juni war es endlich soweit: Der Supreme Court entschied, dass Schwule und Lesben in jedem Staat heiraten dürfen. Ganz Facebook färbte sich in den Regenbogenfarben. Und Deutschland? Erklärt einmal mehr, dass die vollständige Gleichstellung "kein Ziel dieser Bundesregierung" sei.

Kurz zuvor hat sich Caitlyn Jenner dazu entscheiden, ab sofort ihren weiblichen Vornamen zu tragen. Ihr Coming-out als Trans*-Frau war wohl das wirkungsvollste, aber auch emotionalste Coming-out des Jahres. Endlich war das Thema Trans* in allen Medien vertreten.

Insgesamt also durchaus Grund zur Freude, an Silvester den Champagner aus dem Keller zu holen. Vieles hat sich auf der Welt gebessert. Doch der Einsatz für LGBTIQ*-Rechte muss weitergehen. Jetzt erst recht. #itgetsbetter 

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