30 Jahre AIDS-Hilfe

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30 Jahre AIDS-Hilfe
DAH/Johannes Berger

"Mit HIV kann man fliegen." - "AIDS ist auch nicht mehr, was es mal war." - "Heroin kann Leben retten." - Mit pointierten und provokanten Claims lenkt die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) anlässlich ihres 30. Jubiläums den Blick auf den Wandel des Lebens mit HIV und Herausforderungen der Gegenwart.

Der Startschuss der Kampagne mit dem Titel "Wussten Sie eigentlich?" fiel am Montag (23. September) - am Gründungstag des heutigen Dachverbandes von 120 Aidshilfe-Organisationen - in Berlin.

"Mit der Jubiläumskampagne möchten wir Menschen neue Einsichten vermitteln, überholte Bilder vom Leben mit HIV korrigieren, Diskriminierung entgegentreten und auf Versorgungslücken hinweisen, die das Leben und die Gesundheit von Menschen gefährden", sagt Manuel Izdebski vom DAH-Vorstand.

Izdebski weiter: "Unser Ziel ist zeitlos: ein solidarisches Miteinander. Wir fordern heute wie in den Anfangstagen eine angemessene Versorgung aller von HIV und Hepatitis bedrohten Gruppen mit medizinischer Behandlung und für sie passenden Präventionsangeboten. Dazu können wir viel beitragen."

Menschen erzählen ihre Geschichten

Die meisten Schwierigkeiten im Umgang mit HIV und in der HIV-Prävention haben mit Unwissenheit und teilweise auch mit Ignoranz zu tun. Die Frage "Wussten Sie eigentlich?" spricht die Menschen direkt an, die Claims machen neugierig.

DAH/Tanja Schnitzler
HIV-positiv – den Schock muss Moritz erst mal verdauen. In der Aidshilfe trifft er  Thomas: gleiches Alter, auch Student – und positiv. Sein ganz persönlicher "Buddy" zeigt Moritz, wie das geht: Leben mit HIV.

HIV-positiv – den Schock muss Moritz erst mal verdauen. In der Aidshilfe trifft er Thomas: gleiches Alter, auch Student – und positiv. Sein ganz persönlicher "Buddy" zeigt Moritz, wie das geht: Leben mit HIV.

Wusstest du zum Beispiel, dass die meisten Menschen mit HIV heute eine fast normale Lebenserwartung haben? Dass sie im Alltagsleben häufig mit Diskriminierung konfrontiert sind? Dass lebensrettende Präventionsmaßnahmen für Drogenkonsumenten auf Widerstand stoßen? Und wussten Sie, dass HIV-positive Migranten ohne Papiere in Deutschland keine Behandlung erhalten?

Auf www.aidshilfe.de/30 erzählen zehn Menschen ihre Geschichte, die das jeweilige Thema illustriert: Sven ist Flugbegleiter und musste nach der HIV-Diagnose um seinen Job fürchten. Christian hat lange verdrängt, dass er Aids hatte, und steht heute wieder voll im Leben. Und Britta hat dank dem Medikament Diamorphin - pharmazeutisch erzeugtem Heroin - zurück in den Alltag gefunden. "Wer diese Geschichten gelesen hat, wird über vieles anders denken", sagt Izdebski.

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Weitere Quellen: DAH, DAH/Johannes Berger/Tanja Schnitzler