(dbna.de / 365gay.com) Weil er nicht beweisen kann, dass er sich bereits mit 12 Jahren zu seiner Homosexualität bekannt hat, muss ein 21-jähriger Nicaraguaner nun Kanada verlassen. Den Antrag auf Asyl wegen der drohenden Verfolgung in seinem Heimatland wurde daher abgelehnt.

Der junge Mann hatte nach eigenen Angaben schon früh Misshandlungen durch seine Eltern erdulden müssen und sei dann kurz vor seinem dreizehnten Geburtstag von zuhause abgehauen. Als Anhalter sei er dann durch Zentralamerika und Mexico gezogen und schließlich in den USA angekommen. Dort war er von Grenzfahndern gefasst und gefangengenommen worden und musste ein Jahr in einem Gefängnis zubringen. Als er zustimmte nach Nicaragua zurückzukehren, sei er entlassen worden.

Doch daraufhin hatte er sich nach Kanada geflüchtet, in der Hoffnung, dort Asyl zu finden. Diese Hoffnung scheint nun zerschlagen, denn nach der Entscheidung der Einwanderungsbehörde muss der schwule, junge Mann zurück in sein homophobes Heimatland. 1992 hat Nicaragua Homosexualität unter Strafe gestellt und Amnesty International betont, dass die Gesetze so auslegbar seien, dass Menschen die für Gleichberechtigung eintreten auch zu Haftstrafen verurteilt werden könnten.

"Wir werden den Minister bitten, ihm eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen zu erteilen und ihm zu ermöglichen zu bleiben", so der Anwalt des jungen Mannes. "Ich denke die Entscheidung zeigt einen Mangel an Verständnis für die Probleme mit denen sich homosexuelle Jugendliche in homophoben Kulturen konfrontiert sehen."

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