Adoptionsrecht bestätigt

Patrick Fina Von Patrick Fina

(dbna.de / LSVD) Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg sprach einer lesbischen Lehrerin aus Frankreich 10.000 Euro Schmerzensgeld zu, weil diese wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht adoptieren durfte. Ein entsprechender Antrag war 1998 mit der Begründung abgewiesen worden, dass "eine väterliche Bezugsperson" fehle. Die Frau argumentierte daraufhin, dass die Ablehnung gegen das Diskriminierungsverbot verstoße. Das oberste französische Verwaltungsgericht hatte dies zuletzt abgewiesen und festgestellt, dass die Adoption nicht wegen der sexuellen Ausrichtung der Mutter sondern wegen des Interesses des Kindes auf einen Vater abgelehnt wurde.

In Straßburg sah man allerdings die Homosexualität der Frau als Grund für die Ablehnung. Nach französischem Recht dürften auch Ledige Kinder adoptieren, die Entscheidung des obersten französischen Verwaltungsgerichts sei deshalb willkürlich gewesen. Die Anwältin der Klägerin erklärte, dass nach dieser Entscheidung alle EU-Länder, die nicht Verheirateten die Adoption erlaubten, Homosexuelle in dieser Frage nicht mehr diskriminieren dürften.

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Weitere Quellen: LSVD, queercom