Adoptionsrecht für Homosexuelle

Redaktion Von Redaktion
Adoptionsrecht für Homosexuelle
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Die Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen im Adoptionsrecht soll nach Ansicht der Justizminister der Länder kommen. Mehrheitlich votieren sie für eine Änderung.

"Schwule und Lesben sind genauso gute oder schlechte Eltern wie Heterosexuelle", sagte Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne Alternative Liste) auf der Herbstkonferenz der Justizminister in Berlin. "Wichtig ist nicht die biologische Elternschaft, sondern die liebende Fürsorge der Eltern für das Kind." Die Einschränkung des Adoptionsrechts auf Heterosexuelle sei "nicht systemgerecht", so Steffen weiter.

Erfolg für Steffen

Der Hanseat darf nun aber einen Erfolg feiern: Die Justizminister der fünfzehn anderen Bundesländer teilen mehrheitlich seine Sichtweise und sprechen sich für die Öffnung des Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare aus.

Steffen, der seit dem 1. Januar der Justizministerkonferenz (JMK)vorsteht, hatte bereits im Vorfeld angekündigt, einen entsprechendenAntrag stellen zu wollen.

Bisher sieht die Regelung vor, dassnur das Kind, das schon von einem Partner mit in dieLebenspartnerschaft hineingebracht wird, vom anderen adoptiert werdendarf. Adoptionen fremder Kinder sind für eingetragene gesetzlich nichtvorgesehen.

FDP befürwortet Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare

DieEmpfehlung der JMK wird nun an die Bundesregierung weitergeleitet,damit diese ein Gesetzgebungsverfahren einleitet. Doch es gilt alsunwahrscheinlich, dass die Regierungskoalition dem Ansinnen folgenwird. So ist die FDP durchaus für eine Freigabe der Adoption, dochbeide Unionsparteien lehnen die Idee ab.

Das machte derniedersächsische Justizminister Bernd Busemann (CDU) deutlich, der sichvon dem Beschluss distanzierte. Öffentlich erklärte er, dass erSteffens Antrag nicht zugestimmt habe.

"Blockadepolitik endlich aufgeben"

Dagegenerklärte Thomas Steins, stellvertretender Bundesvorsitzender der Lesbenund Schwulen in der Union (LSU): "CDU und CSU müssen ihre bisherigeBlockadepolitik endlich aufgeben. Heterosexuellen allein aufgrund ihrersexuellen Identität einen Freibrief für gute Kindererziehungauszustellen und Lesben und Schwulen nur aufgrund ihrer Homosexualitätgenerell eine Absage zu erteilen, ist absurd."

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