Ambulanz für Computerspielsucht eröffnet

Christian Brandl Von Christian Brandl

Uniklinik Mainz richtet eigene Abteilung für Internet- und Computerspielsüchtige ein

(AP / dbna.de) Am Montag ist die bundesweit erste Ambulanz zur Behandlung Computerspiel- und Internetsüchtiger an der Uniklinik Mainz eröffnet worden. Damit trägt die Klinik der Entwicklung eines neuen Problems Rechnung: "Bei uns häufen sich die Anfragen von Eltern und zum Teil auch von Betroffenen", so der Leiter der Klinik für Psychosomatische Medizin, Manfred Beutel. Die Betroffenen würden unter einem unstillbaren Verlangen leiden, im Internet zu spielen. Immer längere Spielzeiten und Entzugserscheinungen wie Aggressivität, Nervosität oder Unruhe seien die Folgen: "Es gibt heftige Reaktionen, wenn die Eltern versuchen, den Computer mal abzuschalten", sagte Beutel.

Mit diesem Modellprojekt sollen nun das Krankheitsbild und der Verlauf der Sucht näher erforscht werden. Bis zu 150 Betroffene könnten nach Auskunft des Leiters der Ambulanz, Klaus Wölfling, pro Jahr therapiert werden.

Insbesondere Männer seien für diese Form der Sucht anfällig: sie stellen rund 85 Prozent der Betroffenen. Nach Schätzungen der Mediziner sind drei bis vier Prozent aller männlichen Jugendlichen computersüchtig. Eine Elterninitiative schätzt die Gesamtzahl der Süchtigen in Deutschland auf rund 1,5 Millionen.

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Weitere Quellen: pr-inside.com, Photocase.com