Andersrum ist nicht verkehrt?

Redaktion Von Redaktion

Wenn in den letzten Jahren in Deutschland eines klar geworden ist, dann ist das die Tatsache, dass unser Land sparen muss. Jeder ist angehalten den Gürtel enger zu schnallen und die finanziellen Mittel zu überdenken. Das bedeutet auch, dass wir Kürzungen von Seiten der Bundesrepublik und der einzelnen Bundesländer hinnehmen müssen - in fast sämtlichen Bereichen. Fördergelder werden gesenkt, mehr ehrenamtliche Eigeninitiative wird gefordert. Obwohl einem da schon leicht der Kloß im Hals stecken bleibt, führt kaum ein Weg daran vorbei.

Die Grenze ist allerdings spätestens dann erreicht, wenn völlig überzogene, unrealistische Kürzungspläne auf den Tisch gelegt werden - zu Kosten von förderungsbedürftigen Minderheiten. Und genau das passiert gerade mit der neuen schwarz-gelben Landesregierung in NRW - zu Kosten von Lesben und Schwulen. Was droht? Die völlige Zerschlagung von z.B. Beratungs-, Präventions- und Hilfsangeboten. Die Förderungen im Bereich "gleichgeschlechtliche Lebensformen" sollen um 37,18 % gesenkt werden - diese Zahl steht in keinem Verhältnis zu anderen Kürzungen. 80 % Kürzungen sind beim Schwulen Netzwerk NRW und der LAG Lesben in NRW - den beiden Landesverbänden der schwulen und lesbischen Selbstorganisation - geplant. Unmittelbar betroffen von den Kürzungen sind etwa 73 Gruppen, Vereine und Arbeitsgemeinschaften wie etwa die AIDS-Hilfe, das Jugendzentrum anyway in Köln oder FRIENDS in Dortmund. Für viele Gruppen könnten die Kürzungen das endgültige Aus bedeuten, denn bereits jetzt hält man sich vielerorts gerade mal so mit dem Kopf über Wasser. Die Förderung sei überflüssig, Diskriminierung gegenüber Schwulen und Lesben gäbe es kaum mehr - meint der Minister.

Mit Schwulen und Lesben kann man's ja machen? Weit gefehlt! Eine große Protestwelle schwappt in NRW gegen den Düsseldorfer Landtag. Mit der Kampagne "Andersrum ist nicht verkehrt?" gehen Lesben und Schwule eindrucksvoll auf die Barrikaden. Unzählige Aktionspostkarten gingen an die zuständigen Stellen, mehr als 300 persönliche Briefe wurden bereits verschickt und sorgten für Eindruck beim Landtag. Im März wird endgültig über die Kürzungen entschieden - bis dahin darf der Protest nicht enden! Darum eine Bitte: Klick dich auf die unten verlinkte Homepage der Protestaktion und opfere ein paar Minuten deiner Zeit. Lesben und Schwule haben in den letzten Jahrzehnten so einiges in Deutschland erreicht - die Möglichkeiten die du heute als schwuler Jugendlicher hast, die Toleranz der Gesellschaft dir gegenüber - all das kommt nicht von ungefähr!

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Weitere Quellen: Quelle: Schwules Netzwerk NRW e.V.; Bilder: © Schwules Netzwerk NRW e.V.