In einer Anhörung hat Israels Oberster Gerichtshof entschieden, dass die Klage von drei homosexuellen Paaren, die jeweils im Ausland eine Homo-Ehe geschlossen hatten, diese aber von den israelischen nicht anerkannt bekamen (dbna berichtete), berechtigt sei. Während bei normalen Anhörungen üblicherweise drei Richter anwesend sind, war in diesem Fall ein Gremium aus sieben Richtern zusammengetreten, um sich die - möglicherweise auf eine Grundsatzentscheidung hinauslaufende - Klage der Paare anzuhören.

Anwalt Onn Stock, der zwei der drei Paare vertrat, versicherte den Richtern, dass seine Klienten ehrenwerte Bürger seien, die ihren bürgerlichen Pflichten nachkämen - einschließlich Wehrdienst und Steuern. Seine Mandanten würden auch nicht mehr Rechte fordern, als sie anderen Paaren in Israel zustehen: "Heterosexuelle israelische Paare, die im Auslang heiraten, können ihre Eheschließung vom Innenministerium anerkennen lassen, egal ob sie in Israel hätten heiraten können oder nicht", argumentierte der Anwalt.

Richter Rubinstein befragte den Juristen daraufhin, welche Rechte die Antragssteller denn nun nicht hätten. Stock antwortete darauf, dass ihnen neben steuerlichen und sozialversicherungstechnischen Vorteilen auch das Besuchsrecht im Krankenhaus und das Aussageverweigerungsrecht in Strafrechtsverfahren fehle.

Die israelische Regierung wurde daraufhin aufgefordert darzulegen, warum man sich dazu entschieden habe, zwischen heterosexuellen Paaren die im Ausland heiraten und schwulen und lesbischen Paaren die das gleiche tun zu unterscheiden. Eine Entscheidung in diesem Fall könnte ein Jahr oder länger dauern.

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