(dbna.de / DieStandard.at) "Nach französischem Gesetz ist die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau", begründete der französische Kassationsgerichtshof seine Entscheidung und hob damit die erste Ehe zwischen zwei Männern wieder auf. Damit bestätigten die Richter die Entscheidung eines Berufungsgerichts aus dem Jahr 2005, vor dem Stéphane Chapin und Bertrand Charpentier bereits vergeblich um ihre Ehe gekämpft hatten.

Im Jahr 2004 hatten die beiden Männer unter großem öffentlichen Aufruhr die erste Männer-Ehe in der "Grande Nation" geschlossen. Der grüne Spitzenpolitiker und ehemalige Präsidentschaftskandidat Noel Mamere hatte die Zeremonie in seiner Tätigkeit als Bürgermeister in Bègles vollzogen und damit umgehend viel Kritik geerntet: die französische Staatsregierung hatte die Ehe sofort für ungültig erklärt und Mamere war für vier Wochen von seinem Bürgermeisteramt suspendiert worden. Stéphane Chapin und Bertrand Charpentier gingen daraufhin vor Gericht.

Beide kündigten nach dem Urteil vom Dienstag an, sie würden bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen. Die3 Staatsanwaltschaft hatte bei einer Anhörung gesagt, die Entscheidung liebe bei der Politik, nicht bei der Justiz: "Im Präsidentschaftswahlkampf müssen die Kandidaten sagen, ob sie für eine Ehe gleichgeschlechtlicher Partner sind oder nicht."

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