Auch Schwule können nageln

Redaktion Von Redaktion

In Fürth wirbt eine Filiale der Baumarktkette Hornbach mit einemhomosexuellen Paar. Der Prospekt wurde in zahlreichen Briefkästen derStadt eingeworfen. Widerspruch gibt es keinen - ganz im Gegenteil.

(dbna.de / fuerther-nachrichten.de) Gemächlich blättert man durch den neusten Prospekt der Führter Hornbach, ein alltägliches Prospekt wie es scheint. Doch auf Seite 4 darf man ruhig genauer hinschauen. Denn neben dem dort präsentierten Loft mit braunen Designerlampen und dekrativen Bildern nicht zu vergessen den Holzfußboden "Lärche, geölt und gebürstet" - stehen zwei Männer. Der hintere legt dem vorderen Mann den Arm über die Schulter und während sie sich in die Augen sehen, berührt die rechte Hand sanft dem Arm des Vordermannes. Die Darstellung eines Liebespaars ist offensichtlich.

"Helden-Kampagne" schon seit 2007

Ist das neu? "Wir machen diese Art von Werbung schon seit 2007", bekennt Hornbach-Pressesprecherin Ursula Dauth. In jedem Jahr warb die Kette mit der "Helden-Kampagne", die gezielt Minderheiten, so auch Menschen mit Down-Syndrom beim Handwerken zeigte. Schon damals wurden über dem Satz "Du kannst alles sein nur nicht ungeschickt." zwei sich umarmende Männer beim Küchenaufbau gezeigt. (dbna berichtete) Die Botschaft des Unternehmens sollte seitdem sein: "Alle Menschen sind gleich." Die Rückmeldungen darauf seien durchwegs äußerst positiv, wie Dauth hervorhebt.

Auch die Fürther sind angetan. "Ich finds gut", antwortet Gabriele Nutz (50), die sich vor zwei Wochen mit ihrer Lebensgefährtin verpartnert hat als erstes gleichgeschlechtliche Paar der fränkischen Stadt. Breittreten will sie das Prospekt aber nicht. "Für mich ist das die Normalität, in der ich lebe."

"Potente Zielgruppe"

Ganz aus dem Häuschen ist Ellen Lang, Drag-Queen aus Fürth. Sie meint, dass mit solchen Werbekampagnen den Menschen vor Augen geführt würde, dass es mehr Formen des Zusammenlebens gibt als die Dreier-Formation Vater-Mutter-Kind. Dennoch ist Lang kritisch und vermutet andere Absichten des Baumarkts dahinter. "Die wollen natürlich Geld machen und eine potente Zielgruppe ansprechen." Das Homosexuelle gerne mehr Geld ausgeben, weil sie davon auch theoretisch mehr ausgeben könnten, sei wohl bei Hornbach angekommen, weshalb also Schwule als potentielle Kundschaft "durchaus attraktiv" seien.

Allerdings überwiegt die Kritik bei der Drag-Queen nicht. Die Begeisterung ist oben auf und so kann sie sich auch nicht verkneifen, sich selbst beim Baumarkt zu bewerben: "Ich bin gerne bereit, mal für Hornbach Werbung zu machen."

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Weitere Quellen: fuerther-nachrichten.de, Hornbach.de