(dbna.de / netzzeitung.de) Das Märchen beginnt wie jedes andere seiner Art: ein Thronfolger sucht eine Frau und viele Prinzessinnen möchten den Jüngling für sich gewinnen. Doch schließlich kommt es anders, als man denkt, denn der künftige König erwählt keine der Jungfrauen, sondern einen Prinzen zu seinem Gemahl.

Mit dem Märchen "King&King" sollen britischen Schulkindern andere Lebensweisen nahegebracht werden und so eine Verbesserung der Toleranz für Homosexualität erzeugt werden. Bereits mit vier Jahren sollen die Kinder in der Grundschule dieses Märchen kennenlernen. Die Initiative "No Outsiders", die von einer staatlich finanzierten Organisation getragen wird, startet zunächst als Pilotversuch in 14 englischen Schulen. Wenn das Projekt Erfolg hat, sollen anschließend alle Grundschüler auf diese Art sensibilisiert werden.

Große Aufregung über das Projekt ist dabei nicht nötig: "King&King hat ebenso wenig mit Sex zu tun wie Aschenputtel, sondern mit Liebe", so Mark Jennett, der die Vorbereitung der Lehrer koordiniert. "Das Problem dabei kommt nicht von den Kindern, sondern von der Nervosität der Erwachsenen." Neben dem Märchen über zwei Könige sollen auch die Bücher "And Tango makes three" (Thema: Die Liebe von zwei männlichen Zoo-Pinguinen) und "Spacegirl Pukes" (Bilderbuch über zwei Mütter, die ihre Tochter auf eine Raumfahrt schicken) in den Lehrplan aufgenommen werden.

Ähnliches Vorhaben 1988 gestoppt

Ein Ähnliches Vorhaben war im Jahr 1988 von der damaligen, konservativen Ministerpräsidentin Margaret Thatcher gestoppt worden. Und auch dieses Mal weht dem Pilotversuch manch eisiger Wind entgegen. Kirchen und Glaubensverbände richten sich gegen das Projekt und auch einige Eltern sind skeptisch: "Ich kenne nicht viele Grundschüler, von denen ichannehme, dass sie Homosexualität richtig verstehen können", sagt AndyHibberd, der Gründer des Elternverbandes Parent Organisation. "Ich habekein Problem damit, was Erwachsene im gegenseitigen Einverständnismiteinander machen. Aber ich glaube nicht, dass das Kindernaufgezwungen werden muss."

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Weitere Quellen: Quelle: Netzzeitung.deBildmaterial: © stock.xchng / Montage